Lufthansa: Techniker buhen Piloten aus - DER SPIEGEL
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Lufthansa Techniker buhen Piloten aus

Der Streik der Lufthansa-Piloten endet jetzt doch, wie geplant, um Mitternacht. Ein neuer Gesprächstermin ist zwar vereinbart; Bewegung in den Positionen ist aber auf keiner Seite zu erkennen.
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Frankfurt am Main - Lufthansa und die streikenden Piloten haben einen neuen Gesprächstermin vereinbart. "Die Verhandlungen werden zeitnah fortgesetzt", sagte eine Lufthansa-Sprecherin, ohne Einzelheiten zu nennen. Am Abend gab Cockpit bekannt, dass der Streik, wie angekündigt, um Mitternacht enden werde. Michael Tarp, Verhandlungsführer und Vorstandsmitglied der VC, betonte jedoch erneut, dass es auch weiterhin jederzeit möglich sei, unangekündigte Streiks durchzuführen.

Der dritte Pilotenstreik innerhalb von zwei Wochen hat den Flugverkehr des Lufthansa-Konzerns weitgehend lahm gelegt. Bis zum Nachmittag waren bereits 625 der rund 1100 geplanten Flüge ausgefallen.

Cockpit warf der Lufthansa vor, das Scheitern der Verhandlungen am Mittwoch gezielt herbeigeführt zu haben und forderte das Unternehmen zur Nachbesserung seines Angebots auf. Nils Stüben, Mitglied der Tarifkommission der Pilotenvereinigung sagte, die Lufthansa habe bislang nur unverbindliche Sondierungsangebote gemacht. "Im Zweifelsfall werden wir unseren Druck noch erhöhen", sagte er.

Stüben nannte den Streik einen großen Erfolg. Wie am letzten Donnerstag hätten sich fast alle organisierten Piloten beteiligt. Vor einer Woche waren 900 von etwa 1130 vorgesehenen Flügen ausgefallen und rund 100.000 Passagiere von den Annullierungen oder Verspätungen betroffen. Der Lufthansa entstand ein Schaden von 50 Millionen Mark. Der erste Streik am 4. Mai hatte zwölf Stunden gedauert. Äußerungen von Lufthansa-Sprechern über bröckelnde Streikbereitschaft wies Stüben als "billige Propaganda" zurück.

Nach Angaben der Lufthansa fielen erneut vor allem innerdeutsche Flüge aus. Viele Passagiere seien auf die Bahn umgestiegen. Mit Piloten aus dem Management und nicht organisierten Flugkapitänen habe das Unternehmen bis zum Nachmittag rund 200 Flüge gesichert, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Die Ferienfluggesellschaft Condor gab an, alle 10.400 auf den Donnerstag gebuchten Passagiere an ihr Reiseziel gebracht zu haben. Die meisten seien umgebucht worden, sagte eine Sprecherin.

Die Tarifverhandlungen waren am Mittwoch nach vier Tagen zähen Ringens ergebnislos abgebrochen worden. Die Lufthansa bot zuletzt bei einer Laufzeit von vier Jahren 13,6 Prozent mehr Gehalt an. Die Piloten rückten von ihrer ursprünglichen Forderung nach 30 bis 35 Prozent mehr Geld ab und fordern nun eine Erhöhung um 24 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr.

Am Mittag waren bereits protestierende Bodenbeschäftigte der Lufthansa und streikende Piloten im Frankfurter Flughafen aufeinander getroffen. Die Angestellten übersetzten auf ihren Schildern das Kürzel der Vereinigung Cockpit, VC, mit "Viel Cash". An der spontanen Demonstration nahmen mehrere hundert Mitarbeiter aus Service, Verwaltung und Technik teil. "Wir streiken nicht, wir opfern nur unsere Pause", erklärte ein Beteiligter. Ihr Protest richte sich nicht gegen die Lufthansa, sondern gegen die Piloten: "Die gefährden unsere Arbeitsplätze."

Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther unterstrich im ZDF-Morgenmagazin die Verhandlungsbereitschaft des Unternehmens, kündigte aber gleichzeitig eine harte Haltung an. "Wenn wir unsere Wettbewerbsposition durch zu hohe Personalkosten gefährden, dann hat das langfristig dramatische Auswirkungen für die Lufthansa."

Dazu meinte ein Cockpit-Sprecher: "Die Wettbewerber halten deutlich höhere Kosten aus." Die Personalkosten des Unternehmens würden nach den Cockpit-Forderungen um etwa 4,2 Prozent steigen. "Miteinander reden hat immer Sinn, aber es muss Bewegung reinkommen von der Lufthansa."

Für ihre Kunden haben Lufthansa und die Ferienfluggesellschaft Condor Service-Telefonnummern eingerichtet. Die Lufthansa-Nummer lautet 0800/1009499 und die Condor-Servicenummer 0180/3100380.