ZENTRALBANKEN Lukrative Verträge
In der Bundesregierung wächst der Unmut darüber, dass die Länder freie Stellen an der Spitze der Landeszentralbanken (LZB) großzügig neu besetzen, obwohl überhaupt noch nicht feststeht, ob es diese nach der anstehenden Reform der Bundesbank überhaupt noch geben wird. Zuletzt sind neue LZB-Präsidenten in Hannover, Leipzig, Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf berufen worden. Die neuen Mitglieder des Zentralbankrates der Bundesbank, der seit Einführung des Euro seine geldpolitischen Kompetenzen verloren hat, haben höchst lukrative Verträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren bekommen. Darin wird ihnen garantiert, dass sie sofort in den Ruhestand versetzt werden, wenn ihre Jobs auf Grund eines neuen Bundesbankgesetzes überflüssig werden. Die Bezüge sollen dann nur um rund 20 Prozent gekürzt werden. Derzeit bekommen die schon heute weitgehend überflüssigen LZB-Chefs rund 500 000 Mark für wenig Arbeit, künftig bekämen sie 400 000 Mark fürs Garnichtstun. Obwohl die Länder die Müßiggänger berufen, geht deren Versorgung zu Lasten der Bundeskasse, weil die Landeszentralbanken Bestandteil der obersten Bundesbehörde Bundesbank sind.