Luxus-Mode Tchibo-Erbe Herz steigt bei Escada ein
Allerdings macht Herz sein Engagement von einer Kapitalerhöhung abhängig. Sollte diese nicht kommen, könne er sich schnell wieder zurückziehen, sagten eingeweihte Personen. "Er (Herz) hält ein paar Aktien, es gibt ein paar andere Leute, die ein paar Aktien halten", sagte ein Kenner der Materie. Zusammengerechnet längen die Anteile in einer Größenordnung "nicht unter zehn Prozent".
Das "Handelsblatt" hatte berichtet, Herz habe sich über mehrere Gesellschaften Anteile von insgesamt rund zwölf Prozent gesichert. Meldungen, die beim Überschreiten von drei oder fünf Prozent der Stimmrechte obligatorisch sind, lagen noch nicht vor. Sie werden in der Regel aber auch mit einigen Tagen Verzögerung veröffentlicht.
Herz verknüpft seinen Einstieg bei Escada offenbar mit einer geplanten Kapitalerhöhung. Den Erwerb von Paketen anderer Anteilseigner lehnt der Hamburger Kaufmann ab. "Er glaubt nicht, dass es sinnvoll ist, anderen Leuten - reichen Aktionären - Geld zu geben, man muss es dem Unternehmen geben. Das muss etwas aus dem Geld machen", betonte eine Person aus dem Unternehmensumfeld.
Auch der bislang größte Einzelaktionär von Escada, Rustam Aksenenko, befürwortet angeblich eine Kapitalaufstockung. Ein Sprecher des Russen war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch Escada wollte sich dazu nicht äußern. Escada benötigt den Angaben zufolge mehr als 30 Millionen Euro frisches Kapital, um das Modehaus finanziell zu stärken. Dazu wäre bei der gegenwärtigen Marktkapitalisierung von knapp 250 Millionen Euro eine Kapitalerhöhung um mehr als zehn Prozent nötig.
Laut "Handelsblatt" bringt Herz den im Frühjahr von seinem Chefposten bei Hugo Boss zurückgetretenen Bruno Sälzer mit, der zum 1. Juli Jean-Marc Loubier an der Escada-Spitze ablösen soll. Aksenenko, der rund 25 Prozent an Escada hält, hatte sich mehrfach hinter den von ihm inthronisierten, aber glücklosen Loubier gestellt. Sälzer soll sich ebenfalls an Escada beteiligt haben.
wal/Reuters