AKTIEN Luxus zum Discountpreis
Die Verbraucher lassen sich von der miesen Stimmung in der Wirtschaft nicht anstecken und sorgen für ein erstaunlich gutes Weihnachtsgeschäft. Doch den meisten Luxusgüterherstellern geht es schlecht. Der Pariser Konzern LVMH, der mit Lederkoffern von Louis Vuitton, Hennessy Cognac oder Veuve Clicquot Champagner jährlich über zehn Milliarden Dollar Umsatz macht, musste nach dem 11. September drei Gewinnwarnungen abgeben. Gucci, Bulgari oder der Schweizer Richemont-Gruppe ging es nicht viel besser. Da die Menschen - insbesondere Amerikaner - deutlich weniger reisen, fehlt in Europa eine wichtige Konsumentengruppe. Folgerichtig sind die Luxusaktien zu Discountpreisen zu haben. Ob schon der richtige Zeitpunkt für den Einstieg gekommen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. »2002 wird nicht viel besser als 2001«, sagt Andrew Gowen. Der Spezialist für Luxuskonzerne bei der Investmentbank Lehman Brothers in London warnt vor Bulgari und Richemont, die von der Rezession hart getroffen würden. Gowen hält LVMH für die beste Aktie, da die Franzosen durch die Krise dazu gedrängt würden, Randaktivitäten aufzugeben. Auch der Boss AG, wo der angekündigte Ausstieg des Vorstandschefs Werner Baldessarini für eine Kursdelle sorgte, trauen manche Experten eine positive Überraschung zu.