Luxusmode Jil Sander steht erneut vor dem Verkauf
Hamburg - Neuanfang nach der Rosskur: Nachdem der Turnaround eingeleitet ist, will die britische Beteiligungsgesellschaft Change Capital Partners (CCP) Jil Sander wohl schon bald verkaufen, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet.
Die Britischen Finanzinvestoren sprechen demnach seit einigen Wochen mit einem börsennotierten Luxusgüterkonzern aus Asien über den Verkauf. Ein Ergebnis könnte bereits in den kommenden Tagen verkündet werden.
Die Briten stellen sich dem Bericht zufolge einen Verkaufspreis von insgesamt rund 200 Millionen Euro für die Premium-Marke vor. Er liegt damit erheblich über dem Betrag, den Change Capital Partners selbst im Frühjahr 2006 an den Mailänder Luxuskonzern Prada überwiesen hatte. Angesichts der weiterhin schwachen Ertragslage des Unternehmens bezeichnen Analysten diesen Preis allerdings als sehr hoch.
Unter der Ägide von Change Capital Partners erreichte das Modeunternehmen zum ersten Mal seit Jahren zumindest operativ wieder schwarze Zahlen: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag für das im Januar 2008 beendete Geschäftsjahr 2007 bei 4,1 Millionen Euro.
Die Trendwende gelang CCP durch die Öffnung für den internationalen Markt. Neue Standorte unter anderem in Asien brachten zusätzlichen Umsatz mit hoher Rendite. Die Krise des einstigen Vorzeigeunternehmens ist damit aber noch nicht überwunden. Die Firma musste unter anderem das Darlehen eines Hedgefonds zu einem hohen Zinssatz in Anspruch nehmen, weil sie keine Bankkredite bekam, so der Bericht.
Der Vorbesitzer, das italienische Prada-Imperium, hatte Jil Sander 2006 nach sieben Jahren verkauft, weil die Italiener ebenfalls nicht in der Lage waren die großen Verluste der Damenschneiderei einzudämmen. Es hieß, die Marke "Jil Sander" litt auch darunter, dass sich Prada-Chef Patrizio Bertelli schnell mit der Designerin und Namensgeberin Jil Sander zerstritten hatte.
msm/AFP/Reuters