Luxusobst: Japan setzt auf Export von 17-Dollar-Äpfeln - DER SPIEGEL
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Luxusobst Japan setzt auf Export von 17-Dollar-Äpfeln

Ein Apfel in China kostet nicht viel, doch für japanische Edel-Exemplare zahlt die High-Society dort 17 Dollar und manchmal auch 100 Dollar pro Stück. Auf diesem Markterfolg will Japan aufbauen, und auch in andere Länder verstärkt Luxusfrüchte aller Art exportieren.
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Hirosaki - Das 15-Dollar-Apfel-Land wurde Japan schon genannt. So viel legen Japaner schon mal für eine spezielle Apfelsorte aus dem Norden des Landes hin. Pro Stück. In Japan ist Obst vielerorts zur Delikatesse avanciert. Die Preise für Äpfel werden etwa maßgeblich nach dem makellosen Äußeren der Früchte festgelegt. Auf den meisten Obstplantagen werden schon minimal beschädigte Exemplare nur noch für die Saft- oder Marmeladenproduktion freigegeben.

In kleinen Edelboutiquen gehen erlesene Obstsorten für mehrere hundert Dollar und in entsprechender Atmosphäre über die Ladentheke, wie die "Washington Post" berichtet. Als besonderes Extra mühen sich Obstbauern damit ab, dass die Früchte schon beim Wachsen spezielle Muster in der Schale haben.

Der Obstanbieter Hisanobu Katayami macht dieses Jahr mit seinen Luxusäpfeln "Japans Beste" aber außerhalb von Japan ein noch dickeres Geschäft als im Land selbst. In chinesischen Großstädten zahlt die Nouveau Riche für seine Edel-Früchte mindestens 17 Dollar pro Stück, ein chinesischer Apfel kostet nur ein Hundertstel so viel. Manche Exemplare von "Japans Bestem" - etwa die mit Drachen-Design oder anderen Mustern in der Schale - gehen sogar für mehr als 100 Dollar weg. Von zwei Tonnen jährlich stiegen die Exporte von "Japans Besten" nach China in den letzten drei Jahren auf 20 Tonnen an.

Doch nicht nur in China machen die Hersteller japanischer Luxus-Früchte dem Blatt zufolge inzwischen ein gutes Geschäft. Das Land hat mit der Herstellung und dem Export von erlesenen Obstsorten offenbar eine Marktlücke entdeckt. Nach Thailand werden Kantalupmelonen exportiert, die dort für 240 Dollar das Stück verkauft werden, nach Kuweit gehen Wassermelonen für je 170 Dollar. Nach offiziellen Schätzungen wird Japan 2006 mindestens 25.000 Tonnen Obst exportieren, rund doppelt so viel wie noch 1999.

Noch machen die Einnahmen aus den Agrar-Exporten mit zwei Milliarden Dollar zwar jährlich nur zwei Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus, doch in den nächsten fünf Jahren will die Regierung die Ausfuhren durch ein gezieltes Marketing verfünffachen.

"Japan wird vielleicht von Entwicklungsländern im Preis bei Fisch und Agrarprodukten geschlagen", sagte Präsident Junichiro Koizumi kürzlich. "Aber ich glaube, dass Japan auf internationalen Märkten immer noch konkurrenzfähig ist - indem es teurere und exquisitere Produkte ausführt." Um in neue Märkte vorzustoßen, hat die japanische Regierung das dafür bestimmte Marketingbudget auf elf Millionen Dollar für 2006 verdoppelt.

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