Lycos: Verluste werden größer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Lycos Verluste werden größer

Die Bertelsmann-Tochter Lycos Europe rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Im vergangenen halben Jahr fuhr das Internetportal mehr als doppelt so viel Verlust wie Umsatz ein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gütersloh - Ausgaben in Höhe von fast 117 Millionen Euro schlugen bei Lycos in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2000/2001 zu Buche. Dem standen nur 57,1 Millionen Euro Umsatz gegenüber. Das hohen Minus begründete Lycos mit der Markteinführung neuer Produkte. Im Vorjahreszeitraum betrugen die Verluste bei einem Umsatz von 13,6 Millionen Euro noch 17,4 Millionen Euro.

Trotz der tiefroten Zahlen sieht der Internetdienst seiner Zukunft mit Optimismus entgegen. Bereits im Jahr 2003/2004 wolle man Gewinne schreiben. Lycos wolle sich künftig geografisch weiter ausbreiten sowie neue Marken, Dienstleistungen und Produkte entwickeln und einführen, teilte das Unternehmen mit. Um das Wachstum zu finanzieren, stünden 449 Millionen Euro zur Verfügung.

Lycos habe seine Attraktivität für Werbetreibende und Geschäftspartner für den elektronischen Handel deutlich erhöht, sagte ein Firmensprecher. Bis Dezember 2000 sei die Zahl der täglichen Seitenabrufe auf 1,5 Milliarden gestiegen. Damit sei Lycos europäischer Marktführer.

Die Börsianer ließen sich von den Prognosen nicht beeindrucken und schauten nur auf die Geschäftszahlen. An der Frankfurter Börse fiel die Aktie am Mittag um fast 2,7 Prozent.