Machtkampf: MobilCom-Allianz vor dem Bruch? - DER SPIEGEL
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Machtkampf MobilCom-Allianz vor dem Bruch?

Die Auseinandersetzung zwischen dem Büdelsdorfer Telekommunikations-Anbieter MobilCom und seinem Großaktionär France Télécom wird immer unübersichtlicher. Jetzt wollen die Franzosen ihren deutschen Partner offenbar loswerden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" hat der französische Telefon-Riese den Aufsichtsrat von MobilCom aufgefordert, die Umstände der Beteiligung von Sybille Schmid zu überprüfen. Die Ehefrau des MobilCom-Gründers hält seit wenigen Wochen rund fünf Prozent der MobilCom-Anteile. Hintergrund des Aktienkaufs, so vermutet die Zeitung, ist die Absicht Schmids, Bestrebungen der France Télécom zu verhindern, sich mit den derzeit sehr billigen MobilCom-Aktien einzudecken und so die Macht über das Büdelsdorfer Unternehmen zu gewinnen. Schmid könnte also weiterhin sein UMTS-Abenteuer verfolgen, ohne dass die Franzosen ihm hineinregieren.

Mit dieser Taktik hat der MobilCom-Gründer seine Partner aber offensichtlich so vergrätzt, dass diese nun den entgegengesetzten Kurs einschlagen. Denn sie legen die Tatsache, dass Schmid die Beteiligung seiner Frau über Wochen hinweg verschwieg, als grobe Pflichtverletzung aus. Damit, so die Vermutung, wollten die Franzosen ein rechtliches Instrument in die Hand bekommen, um ihr Engagement bei MobilCom insgesamt zur Disposition stellen zu können und MobilCom so in ernste Existenznöte zu bringen.

Damit aber würde sich das Kräfteverhältnis umkehren. Bislang waren Beobachter davon ausgegangen, dass die Franzosen gegenüber MobilCom in der schwächeren Position seien, weil dieses ihnen den Zugang zum lukrativen deutschen UMTS-Markt eröffne. Ob Schmid sich von seinem Unternehmen verabschiede, sei im Grunde nur eine Frage des Preises.

Umgekehrt könnte die Übernahme von MobilCom ein teurer Spaß für die France Télécom werden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, würden dann Schulden zwischen fünf und sechs Milliarden Euro übernommen werden. Damit aber würde angesichts der hohen Gesamtschulden des Konzerns die Gefahr einer Herabstufung der Bonität wachsen. Einen Warnschuss in dieser Richtung hatte die Rating-Agentur Standard&Poor's bereits Anfang Februar abgegeben.