Made in China: Disney-Partner sollen Arbeiter ausbeuten - DER SPIEGEL
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Made in China Disney-Partner sollen Arbeiter ausbeuten

Miese Schlagzeilen kann Walt Disney derzeit in China kaum gebrauchen. Das Unternehmen will in Hongkong einen Freizeitpark eröffnen. Doch jetzt heißt es, der US-Konzern arbeite mit Firmen zusammen, deren Angestellte unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren müssen.
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Hongkong - Vielfach beachteten die Arbeitgeber nicht einmal die grundlegenden Rechte der Beschäftigten, hieß es in einer Studie, die von einer Gruppe Hongkonger Studenten und Lehrkräften erstellt wurde. Sie befragten zwischen Mai und August 120 Arbeiter in fünf Fabriken in den südchinesischen Städten Zhongshan, Dongguan und Shenzhen.

Die Werke sind Partner des US-Unterhaltungskonzerns Walt Disney  . Das Mickeymaus-Unternehmen will am 12. September in Hongkong ein neues Disneyland eröffnen. Die in der Studie untersuchten Firmen stellen Souvenirs und Spielzeug für den Vergnügungspark her.

Dabei wird den Angestellten nichts geschenkt. In Stoßzeiten wurden Arbeiter dem Bericht zufolge gezwungen, nachts und manchmal mehr als 30 Stunden am Stück zu arbeiten. Dennoch erhielten sie keine Überstundenzuschläge, sondern nur ihren regulären Monatslohn von 400 Yuan, was etwa rund 38,50 Euro entspricht.

In einigen Fabriken seien Arbeiter bei großer Hitze wegen fehlender Belüftung in Ohnmacht gefallen. Mangelnde Sicherheit am Arbeitsplatz habe häufig Unfälle zur Folge, bei denen die Gliedmaßen der Arbeiter verstümmelt würden. Mehrfach hätten sich Arbeiter an Maschinen die Finger gequetscht. Die Krankenhauskosten mussten die Verletzten selber tragen.

Die Forscher forderten Disney auf, seine Vertragsfirmen besser zu bezahlen, um diesen keinen Vorwand zu liefern, ihre Arbeiter auszubeuten. Der US-Konzern kündigte eine Untersuchung an. "Disney nimmt die Vorwürfe sehr ernst", zitierte das Hongkonger Wirtschaftsblatt "The Standard" eine Unternehmenssprecherin.