Made in China Disney-Partner sollen Arbeiter ausbeuten
Hongkong - Vielfach beachteten die Arbeitgeber nicht einmal die grundlegenden Rechte der Beschäftigten, hieß es in einer Studie, die von einer Gruppe Hongkonger Studenten und Lehrkräften erstellt wurde. Sie befragten zwischen Mai und August 120 Arbeiter in fünf Fabriken in den südchinesischen Städten Zhongshan, Dongguan und Shenzhen.
Dabei wird den Angestellten nichts geschenkt. In Stoßzeiten wurden Arbeiter dem Bericht zufolge gezwungen, nachts und manchmal mehr als 30 Stunden am Stück zu arbeiten. Dennoch erhielten sie keine Überstundenzuschläge, sondern nur ihren regulären Monatslohn von 400 Yuan, was etwa rund 38,50 Euro entspricht.
In einigen Fabriken seien Arbeiter bei großer Hitze wegen fehlender Belüftung in Ohnmacht gefallen. Mangelnde Sicherheit am Arbeitsplatz habe häufig Unfälle zur Folge, bei denen die Gliedmaßen der Arbeiter verstümmelt würden. Mehrfach hätten sich Arbeiter an Maschinen die Finger gequetscht. Die Krankenhauskosten mussten die Verletzten selber tragen.
Die Forscher forderten Disney auf, seine Vertragsfirmen besser zu bezahlen, um diesen keinen Vorwand zu liefern, ihre Arbeiter auszubeuten. Der US-Konzern kündigte eine Untersuchung an. "Disney nimmt die Vorwürfe sehr ernst", zitierte das Hongkonger Wirtschaftsblatt "The Standard" eine Unternehmenssprecherin.