Made in Germany: Export-Turbo beschleunigt - DER SPIEGEL
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Made in Germany Export-Turbo beschleunigt

Maschinen "Made in Germany" sind in der Welt gefragt wie nie. Die deutschen Hersteller verzeichneten zuletzt ein deutliches Auftragsplus - die Binnennachfrage allerdings ist erneut zurückgegangen.
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Frankfurt am Main - Das Exportgeschäft des deutschen Maschinenbaus hat sich im September erneut als Wachstumsstütze für die Branche erwiesen. Die Auslandsnachfrage zog um sieben Prozent an. Weiterhin mau sieht es dagegen im Inland aus: Im September lagen die Bestellungen von deutschen Kunden erneut unter dem entsprechenden Vorjahresmonat, diesmal um ein Prozent. Insgesamt verbuchte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) damit ein Auftragsplus von vier Prozent.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Drei-Monats-Zeitraum von Juli bis September errechnete er ein sechsprozentiges Wachstum bei den Bestellungen. Dabei blieb die Inlandsnachfrage stabil, die Auslandsbestellungen stiegen binnen Jahresfrist um neun Prozent.

Das starke Exportgeschäft bescherte den Maschinen- und Anlagenbauern einen kräftigen Produktionszuwachs. Die Branche erwartet ein Fertigungsvolumen im Wert von 144 Milliarden Euro und damit ein Plus von vier Prozent. Für 2006 rechnet sie mit einem Wachstum von immerhin zwei Prozent.

Steigende Einkommen in rohstoffreichen Ländern

Die meisten Bestellungen kämen derzeit aus Ländern, die Rohstoffe wie Öl, Gas, Kohle oder Erze förderten, sagte VDMA-Volkswirt Olaf Wortmann. Dort wüchsen durch den weltweiten Rohstoff-Boom die Einkommen. "Diese Länder fragen daher alles nach, nicht etwa nur Bergbaumaschinen oder Fördertechnik", fügte er hinzu. In Deutschland springt die Nachfrage dagegen noch nicht richtig an.

Nach Ansicht von VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse geben aber jüngste Konjunkturindikatoren Anlass zur Hoffnung: "Die positive Entwicklung des Ifo-Geschäftsklimaindex stimmt uns für die künftige Inlandsnachfrage nach Maschinen optimistisch."

Warten auf deutsche Bestellungen

In Deutschland sei eine Belebung der Nachfrage nur noch eine Frage der Zeit, prophezeit Wortmann. Viele Unternehmen müssten dringend in modernere Produktionsanlagen investieren. "Das ist schon deshalb nötig, um mit den ausländischen Wettbewerbern mithalten zu können", sagte er. Mehr feste Arbeitsplätze werde ein Anziehen der heimischen Konjunktur aber nicht unbedingt bringen.

Eine interne Studie über die Beschäftigungsentwicklung habe gezeigt, dass die Zahl der Leiharbeiter in diesem Jahr wegen der starken Auslastung der Betriebe gegenüber dem Vorjahr um 5000 auf 22.000 gestiegen sei. Derzeit sind in der Branche in Deutschland knapp 860.000 Menschen fest angestellt. "Die Betriebe sind derzeit mit 87 Prozent optimal ausgelastet", ergänzte Wortmann.