»Männer arbeiten schneller« - DER SPIEGEL
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COMEDY »Männer arbeiten schneller«

Anke Engelke, 36, über Frauen-Comedy und Männer-Witz
• aus DER SPIEGEL 2/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Am 11. Januar startet Ihre neue Sat.1-Comedy-Serie »Ladykracher«, bei der Sie über 13 Folgen in 250 verschiedene Frauenrollen schlüpfen. Wollen Sie uns erklären, wie Frauen wirklich sind?

Engelke: Ich würde mir niemals anmaßen, irgendjemandem was erklären zu wollen. Ich werde auch immer nach dem Hintergrund von Pointen gefragt, warum die Frau jetzt genau so reagiert. Das weiß ich nicht. Es gibt in der Comedy einfach nur immer die gleichen Frauentypen: schöne Frauen, die auch klug sind, schöne Frauen, die es schwer haben, und die derbe Frau, bei der alle denken sollen, die kriegt es prima gemeistert. Das ist mir einfach zu wenig.

SPIEGEL: Warum wirken viele Ihrer Frauengestalten grenzdebil, stets im Kampf zwischen Epiliergerät und Schreikrampf?

Engelke: Es sind nur Ausschnitte aus dem Kosmos vieler Frauen. Ich überlege mir gar nicht so, ob ich übertreibe oder parodiere, ob es diese Frauentypen überhaupt gibt. Grenzdebil ist das jedenfalls nicht. Dazu bin ich zu gerne auch nicht bekloppt.

SPIEGEL: Bezeichnenderweise sind die meisten Gags für Ihre Frauen-Comedy von Männern geschrieben.

Engelke: Dass sie Männer sind, bedeutet nicht, dass sie Frauen nicht kennen. Dafür war ja auch ich da, um ihnen zu erklären, wie das ist mit dem Beine-Epilieren. Männer arbeiten pointierter und schneller. Es gibt nicht viele Frauen, die Comedy schreiben, und die machen in erster Linie politische Sachen, mit erhobenem Zeigefinger. So bin ich nicht.

SPIEGEL: Wollen Sie nach »Liebesluder« von Detlev Buck noch mal zurück auf die Kino-Leinwand?

Engelke: Kino ist definitiv das Nächste. Zwei Sachen sind bereits in Planung, es ist aber noch nichts fest. Ich würde gern ausprobieren, wie es ist, im Kino lustig zu sein. Und bei »Ladykracher« habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, auf der Bühne zu stehen. Da haben wir uns gleich überlegt, wieder ein Bühnenprogramm zu machen.

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