Mahnbrief Brüssel attackiert Börsenpläne der Deutschen Bahn
Hamburg - Die Europäische Kommission kritisiert die geplante Konzernstruktur der Deutschen Bahn für den Börsengang. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, moniert die Brüsseler Behörde in einem Schreiben an die Bundesregierung, dass die Unabhängigkeit des Gleisnetzbetreibers von dem Eisenbahnunternehmen nicht ausreichend gewährleistet sei.
Mit dem Mahnbrief habe die Kommission die erste Stufe eines sogenannten Vertragsverletzungsverfahrens eingeleitet, schreibt das Blatt. Wenn Deutschland die Bedenken nicht ausräumen könne, drohe ein Konflikt vor dem Europäischen Gerichtshof. Der Streit könnte den für November geplanten Teilbörsengang der Transport- und Logistiksparte mit zusätzlicher Unsicherheit belasten.
Die Kommission befürchte, dass der bahneigene Personen- und Güterverkehr Einfluss auf die Trassenzuweisung an Wettbewerber nehmen könnte. Die Bahn gab sich auf Anfrage der Zeitung überrascht. "Aus unserer Sicht ist die Unabhängigkeit des Netzbetreibers gewährleistet und mögliche Interessenkonflikte gut gelöst", zitiert das Blatt einen Sprecher. Der Konzern wolle den Mahnbrief nun genauer prüfen.
wal/ddp