Management Microsoft und Google beenden Streit um Überläufer
Seattle - Microsoft und Google haben ihren mehrmonatigen Rechtsstreit um den Manager Kai-Fu Lee in gegenseitigem Einvernehmen beigelegt, wie Microsoft mitteilte. Die drei beteiligten Parteien hätten alle Fragen zu ihrer Zufriedenheit gelöst, hieß es in der Erklärung. Wie die Einigung genau aussieht, wollte aber keine der Parteien mitteilen.
Google bestätigte den Kompromiss und verbreitete eine Erklärung Lees, wonach auch er mit der getroffenen - noch unbekannten - Vereinbarung zufrieden ist.
Lee arbeitete seit 2000 für Microsoft und entwickelte dort die Suchtechnik von MSN mit, der Suchmaschine von Microsoft. Im Juli wechselte er zu Google, um in China ein neues Forschungszentrum aufzubauen und zu leiten. Google soll ihm Bezüge von rund zehn Millionen Dollar zugesichert haben.
Was schrie Steve Ballmer?
Microsoft wollte die Abwerbung Lees nicht hinnehmen, weil dieser sich verpflichtet habe, nicht zur Konkurrenz zu wechseln. Der Software-Konzern verklagte daraufhin seinen Ex-Manager und Google. Das Suchmaschinenunternehmen wiederum klagte, um Lee doch verpflichten zu können. In einer Zwischenentscheidung hatte ein Gericht befunden, Lee könne für Google in China Aufgaben wie die Personalfindung erfüllen, dürfe sich aber zunächst nicht inhaltlich mit seinen alten Fachgebieten befassen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht für den harten Wettbewerb zwischen Microsoft und Google. Den Gerichtsunterlagen zufolge soll Microsoft-Chef Steve Ballmer im Fall eines anderen von Google abgeworbenen Mitarbeiters so wütend gewesen sein, dass er einen Stuhl durch das Zimmer geworfen habe und erklärt haben soll, er werde Google "töten". Ballmer bezeichnete diese Darstellung als "grobe Übertreibung".
Google wiederum soll alles gesetzt haben, Lee abzuwerben. Man habe den Manager verfolgt "wie Wölfe", hieß es in einem internen Mail bei Google, das Microsoft zugespielt und vom Softwarekonzern dann veröffentlicht wurde.