Manager auf der Anklagebank: Mannesmann-Prozess hat begonnen - DER SPIEGEL
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Manager auf der Anklagebank Mannesmann-Prozess hat begonnen

Seit 9 Uhr müssen sich ehemalige Top-Manager und Aufsichtsräte von Mannesmann wegen Millionen-Abfindungen vor Gericht verantworten - sehr zum Ärger deutscher Konzernlenker. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Fakten in einem Special zusammengestellt.
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Düsseldorf - Auf dem Weg in den Gerichtssaal L111 des Düsseldorfer Landgerichts äußerten sich die angeklagten Top-Manager zuversichtlich. Der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser sagte: "Ich bin sicher, dass festgestellt wird, dass ich korrekt gehandelt habe." Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kritisierte die Anklage: "Das ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen." Die Anklage wirft den Managern vor, sich auf Kosten des Unternehmens mit Abfindungen und Renten in Millionenhöhe bereichert zu haben.

Im Vorfeld hatte auch der frühere Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper seinen Ärger über den Prozess laut gemacht. Erstmals werde in Deutschland eine Unternehmensentscheidung und die Frage ihrer Angemessenheit strafrechtlich verfolgt, sagte Kopper in einem Interview mit dem Sender n-tv.

Das Verfahren ist seiner Meinung nach ein politischer Prozess, der im Ausland mit Unverständnis beobachtet werde. "Der Standort Deutschland ist deshalb in Verruf gekommen", sagte Kopper. Ähnlich kritisch hatte sich zuvor DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp geäußert. Seiner Ansicht nach führt es zur Planwirtschaft, wenn Strafgerichte künftig über Vorstandsbezüge zu entscheiden hätten.

Vor dem Düsseldorfer Landgericht müssen sich von heute an unter anderem der jetzige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und der ehemalige Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk verantworten. Ihnen wird schwere Untreue im Zusammenhang mit Millionenzahlungen nach der Mannesmann-Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone Anfang 2000 vorgeworfen. Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser, der mit Prämien in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro abgefunden wurde, muss sich wegen Beihilfe zur Untreue verantworten.

Kurz vor Prozessbeginn hat der Anwalt des angeklagten Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann einen Fehler seines Mandanten eingeräumt. Der Anwalt Eberhard Kempf sagte der "Zeit", Ackermann habe zugelassen, dass der damalige Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk in einer Sitzung am 4. Februar 2000 über seine eigene Prämie abstimmte. "Das war ein Flüchtigkeitsversehen, von dem Ackermann sagt: 'Ich hätte es bemerken sollen, habe es aber nicht gleich bemerkt'."

Auf SPIEGEL ONLINE finden Sie neben aktuellen Berichten aus dem Gerichtssaal weitere Hintergrundinformationen. Diese sind in einem Special in der rechten grauen Spalte neben den Artikeln zum Thema verfügbar. Die Angeklagten sind in einer interaktiven Flash-Grafik porträtiert, daneben werden unter dem Punkt Protagonisten auch die anderen maßgeblichen Prozessbeteiligten vorgestellt. Die spektakuläre Übernahmeschlacht, die zu diesem Prozess geführt hat, können Sie sich in Wort und Bild nochmals in Erinnerung rufen. Für die Diskussion mit anderen Nutzern von SPIEGEL ONLINE steht Ihnen außerdem ein Forum zur Verfügung.

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