Manager-Kontrolle: Post-Chef attackiert Gehältergesetz - DER SPIEGEL
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Manager-Kontrolle Post-Chef attackiert Gehältergesetz

Korruptionsskandale in deutschen Großkonzernen haben die Debatte um eine verschärfte Kontrolle von Vorständen angeheizt. Post-Chef Klaus Zumwinkel spricht sich nun dagegen aus, Regeln für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung per Gesetz einzuführen.
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Hamburg - "Immer wenn man einen Markt regulieren will, kommen weniger gute Ergebnisse raus, als wenn man das dem freien Spiel der Kräfte überlässt", sagte Zumwinkel der "Financial Times Deutschland". Er sei sehr dafür, dass Unternehmen ihre Vorstandsgehälter offenlegen. "Gesetzliche Vorgaben halte ich allerdings für absolut überflüssig."

"Wenn Sie als Aufsichtsrat in die Verlegenheit kommen, Themen beraten zu müssen, die sie in eine Konfliktbeziehung bringen, haben sie immer die Möglichkeit sich der Stimme zu enthalten", sagte Zumwinkel zum Thema Unternehmenskontrolle. Auf die Frage, ob solche Stimmenthaltungen veröffentlicht werden sollten, sagte der Manager: "Man muss Konflikte ja nicht öffentlich regeln - Hauptsache der Konflikt wird geregelt."

Damit widerspricht Zumwinkel einem Grundsatz des so genannten Corporate-Governance-Kodex, der Regeln und Empfehlungen für börsennotierte Gesellschaften in Deutschland enthält. Der Kodex legt Konzernchefs nahe: "Der Aufsichtsrat soll in seinem Bericht an die Hauptversammlung über auftretende Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren."

Zumwinkel ist selbst ein möglicher Kandidat für einen solchen Konflikt. Der Post-Chef sitzt beispielsweise in den Aufsichtsräten der Deutschen Telekom  , von KarstadtQuelle  , der Lufthansa  , der Postbank   sowie im Board von Morgan Stanley. Einige dieser Unternehmen unterhalten intensive Geschäftsbeziehungen zur Deutschen Post  . So gilt Karstadt als Großkunde des Logistikkonzerns.