Managerbezüge Siemens-Chef legt Gehalt offen
München - Heinrich von Pierer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Millionen Euro verdient. Insgesamt stiegen die Einkünfte der zwölf Vorstände um neun Prozent auf 33,4 Millionen Euro. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Der Münchener Industrie- und Technologiekonzern wies erstmals die individuellen Gehälter seiner Führungskräfte aus.
Siemens hatte den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 um 39 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert. Auf Grund erfolgsabhängiger Bestandteile legten die Einkünfte der Führungskräfte entsprechend deutlich zu.
Pierer erhielt rund 3,5 Millionen in bar. Das Festgehalt lag bei 1,2 Millionen Euro, die übrigen Anteile waren erfolgsabhängig. Dazu kamen aktienbasierte Kompensationen im rechnerischen Wert von knapp 1,1 Millionen Euro. Am zweit meisten verdiente mit insgesamt 3,3 Millionen Euro Vizechef Klaus Kleinfeld, der im Januar an die Konzernspitze rückt.
Vorstandsgehälter: Die Auskunftsfreudigen
Im Vergleich zu anderen Unternehmen im wichtigsten deutschen Börsensegment Dax liegt Siemens mit seinen Vorstandsgehältern im oberen Drittel. Im Vergleich mit den amerikanischen Kollegen aber bewege man sich im unteren Feld, erklärte der Konzern. Laut Medienberichten habe das Durchschnittseinkommen amerikanischer Vorstandschefs im vergangen Jahr bei rund 8,1 Millionen Euro gelegen.
Auch die Kontrolleursgehälter wurden veröffentlicht: Aufsichtsrats-Chef Karl-Hermann Baumann erhielt 245.310 Euro, insgesamt bekamen die Mitglieder des Kontrollgremiums 2,1 Millionen Euro. Auch davon war der größte Teil der Barzahlungen und Optionen erfolgsabhängig.
Vorstandsgehälter: Die Geheimniskrämer
Bisher weisen neun der 30 Dax-Konzerne die Vergütung für jedes Mitglied von Vorstand und Aufsichtsrat einzeln aus. Dieses Vorgehen empfiehlt der Corporate Governance Codex zur guten Unternehmensführung. Weitere Unternehmen wie Volkswagen oder Allianz wollen dem Kodex in absehbarer Zeit folgen. Einige Konzerne wiederum veröffentlichen nur die Vergütung des Vorstandschefs. Die Bundesregierung hatte angedroht, gesetzlich aktiv zu werden, falls die übrigen Unternehmen nicht folgen.