Managergehälter: Regierungskommission verschärft Governance-Kodex - DER SPIEGEL
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Managergehälter Regierungskommission verschärft Governance-Kodex

Der Druck auf Topmanager wächst, ihre Vorstandsbezüge offen zu legen. Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex verschärfte am Mittwoch den Kodex für gute Unternehmensführung in diesem Punkt deutlich.
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Düsseldorf/Brüssel - War bisher die individualisierte Veröffentlichung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung lediglich eine Anregung, so wird dies nun ausdrücklich empfohlen. Zudem will die EU-Kommission, dass die Gehälter der Führungsspitze eines börsennotierten Unternehmens offen gelegt werden, um für die Aktionäre mehr Transparenz zu schaffen.

Die Regeln des Corporate-Governance-Kodex sollen börsennotierten Unternehmen als - mehr oder weniger freiwillige - Richtschnur für ihr Handeln dienen. "Damit die Anleger beurteilen können, ob Leistung und Vergütung von Vorständen in einem sinnvollen Zusammenhang stehen, müssen das Vergütungssystem mit den einzelnen Bestandteilen Fixum, Tantieme und langfristige Erfolgskomponente sowie die tatsächlich gezahlten Vergütungen auch konsequent offen gelegt werden", hieß es in einer Erklärung des Gremiums.

Außerdem sollen nach dem Willen der Regierungskommission künftig Aktienoptionen für Topmanager an anspruchsvolle Vergleichsmaßstäbe geknüpft und mit einer Obergrenze versehen werden. "Wenn die Leistungsorientierung nicht nur strikt eingehalten, sondern auch offen kommuniziert wird, dann wird auch die Kritik an Managergehältern leiser werden und das Vertrauen in die Unternehmen steigen", betonte die Kommission.

Bolkestein will Anlegerschutz verbessern

Die EU-Kommission will neben der Offenlegung der Gehälter der Unternehmensführungen auch die Anleger besser vor betrügerischen Geschäftsberichten schützen. Entsprechende Pläne von Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein segnete die Brüsseler Behörde ab. Danach sollen Manager künftig für die Richtigkeit der Bilanzen selbst haften.

Irreführende Berichte sollen mit einem europaweiten Berufsverbot geahndet werden. Auch sollen Manager für den Konkurs eines Unternehmens persönlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Die Mitgliedstaaten müssen der Vorlage zustimmen. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten aber bereits als Reaktion auf die Bilanzskandale der vergangenen Monate entsprechende Pläne gut geheißen.