Managergehälter: Steinbrück prangert Maßlosigkeit an - DER SPIEGEL
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Managergehälter Steinbrück prangert Maßlosigkeit an

Ignorant, ohne Gespür, raffgierig: Bundesfinanzminister Steinbrück greift Topmanager wegen ihrer exorbitanten Gehälter an. Die Maßlosigkeit einiger Wirtschaftsspitzenkräfte gefährde das Wohl der Gesellschaft.
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Frankfurt am Main - Es gebe in Teilen der Wirtschaft eine gewisse Maßlosigkeit, zumal weite Teile der Bevölkerung derzeit mit Zumutungen beladen würden, sagte Peer Steinbrück (SPD) der "Süddeutschen Zeitung". "Es geht mir gegen den Strich, wenn Aufsichtsräte und Vorstände nicht mehr die Proportionen im Blick haben und nicht wissen, dass auch sie eine Vorbildfunktion haben", wurde Steinbrück zitiert.

Einige Spitzenmanager hätten offenbar kein Gespür dafür, dass es nicht um die Steigerung von Vorstandsgehältern oder riesige Abfindungen gehen könne, wenn sie gerade den Aktienkurs ihres Unternehmens in den Keller gefahren hätten. Die Menschen seien zu teils schwierigen Anpassungen bereit, wenn es eine Balance gebe. Werde diese mehrfach verletzt, gefährde das die Legitimation der sozialen Marktwirtschaft, warnte der Minister.

Nach Ansicht Steinbrücks droht eine Spaltung der Gesellschaft. "Wenn man diese Abkopplung zulässt, klopfen die Probleme eines Tages auch an die Türen des bessergestellten Publikums." Der Finanzminister forderte die Wirtschaft auf, mehr Verantwortung im Umfeld der Schulen, für die berufliche Bildung und das Universitätssystem wahrzunehmen.

Unterdessen wies Bahnchef Mehdorn Berichte zurück, seine Bezüge hätten sich seit 1999 vervierfacht. "Das ist an den Haaren herbeigezogen. Wenn ich 400 Prozent bekommen hätte, wie behauptet, wäre das falsch und nicht angemessen", sagte er der "Welt am Sonntag".

Sein Einkommen sei zwar gestiegen, die Höhe wollte er aber auch auf Nachfrage nicht nennen. "Wir werden offenlegen, was die Vorstände bekommen, und zwar in dem Moment, wenn die Bahn an die Börse gehen kann", versprach Mehdorn und wies darauf hin, dass die Bezüge von Bahnvorständen im Vergleich zu Vorständen in Dax-30-Unternehmen "unbestreitbar am Ende der Rangliste stehen".

ffr/AP