Managergehälter Telekom kippt Aktienoptionen
Bonn - An die Stelle des umstrittenen Optionsprogramms soll ein neues Vergütungsmodell treten, das aus drei Komponenten besteht, wie ein Konzernsprecher der Telekom heute auf Anfrage in Bonn sagte. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hatte das neue Bonussystem zuvor in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorgestellt.
Vorgesehen ist für die Top-Manager ein jährliches Fixum von 40 Prozent der Gesamtbezüge und ein erfolgsabhängiger Jahresbonus von weiteren 40 Prozent. Die übrigen 20 Prozent des Gehalts werden erst nach drei Jahren fällig. Dazu müssen aber zuvor definierte individuelle und Konzernziele erreicht sein. Der Jahresbonus wird auf maximal 120 Prozent von bisher 150 Prozent des Fixums herabgesetzt.
Ricke begründete die Einführung des neuen Modells damit, dass den Aktienoptionen "der Makel der Vergangenheit" anhafte. Vor seinem Amtsantritt im November 2002 hatten die Höhe der Vorstandsbezüge und insbesondere der Aktienoptionsplan für 2001 auf den Hauptversammlungen scharfe Kritik von Aktionären hervorgerufen.
Derzeit stehen noch 12,9 Millionen Aktienoptionen aus, die rund 4000 Führungskräften gewährt wurden. Wegen der Konditionen gilt der Großteil davon jedoch als wertlos. Das für Aktienoptionen genehmigte, aber nicht genutzte Kapital soll bei der nächsten Hauptversammlung am 18. Mai eingezogen werden.
Ricke kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zudem an, dass der Vorstand in diesem Jahr auf ein Monatsgehalt verzichten und damit einen "Solidarbeitrag" für das Unternehmen leisten werde.