Managerschelte: Rau kritisiert goldenen Handschlag - DER SPIEGEL
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Managerschelte Rau kritisiert goldenen Handschlag

Was die Höhe der Managergehälter betrifft, nähert sich Deutschland nach der Befürchtung von Bundespräsident Johannes Rau amerikanischen Verhältnissen. Die Spanne zwischen dem Einkommen des Facharbeiters und dem des Managers sei zu groß.
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Mainz - Rau verlangte, Manager verstärkt zur Verantwortung zu ziehen, wenn ihre Fehlentscheidungen Arbeitsplätze kosten. "Die Praxis des goldenen Handschlags, mit der man sich dessen entledigt, der sein Ziel nicht erreicht hat, ist reformbedürftig." Denn sie bringe auch die erfolgreichen Industriellen und Manager in Misskredit. In den Chefetagen müssten deshalb klarere Verhältnisse geschaffen werden.

Rau appellierte zugleich an die Unternehmen, die soziale Kompetenz in der Wirtschaft zu stärken. "Ich habe den Eindruck, dass viele in den Manageretagen soziale Verantwortung nicht mehr richtig werten." Die Führungskräfte müssten einen Ausgleich schaffen zwischen persönlicher Karriere und dem Interesse am Gemeinwohl, um keine kalten Strategen zu werden. Beruflicher Erfolg solle nicht diskriminiert werden, aber frei machen zu außerberuflichem Engagement. Dazu müsse aber auch schon in der Schule und in den Universitäten soziale Kompetenz eines der Lehrziele sein.

Rau betonte, Deutschland brauche zwar mehr Elite, aber weniger selbst ernannte Elite. Eine Operationsschwester könne genau so zur Elite gehören wie ein Bankdirektor. Wichtig sei, dass Menschen mit beruflichem Erfolg bereit seien, einen Teil ihres eigenen Mehrwertes in die Gemeinschaft zu investieren, sagte der Bundespräsident. Auf seiner viertägigen Sommerreise wollte er am Mittwoch unter anderem mit Auszubildenden der Deutschen Bank in Frankfurt am Main zusammentreffen.