Mannesmann-Affäre Ackermann denkt nicht an Rücktritt
Dubai/Düsseldorf - Ackermann selbst will sich gegen den Vorwurf der Untreue nachdrücklich zur Wehr setzen. Am Sonntag wollte er sich in Dubai bei einer Tagung der von ihm geleiteten Internationalen Finanzinstituts (IIF) nicht zur Anklage gegen sich äußern, die das Düsseldorfer Landgericht am Freitag zugelassen hat. Demnach soll Ackermann dem Konzern zusammen mit weiteren ehemaligen Mannesmann-Funktionären hohen finanziellen Schaden zugefügt haben. Ackermann verwies lediglich auf eine Erklärung der Deutschen Bank. Darin steht: "Dr. Ackermann wird seine persönliche Integrität und seine Entscheidungen während der Vodafone/Mannesmann-Übernahme mit allem Nachdruck verteidigen." Die Bank bekräftigte zudem, dass Ackermann nicht an Rücktritt denke.
Dabei kann sich der Manager auf Rückendeckung aus der Politik verlassen: Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte ihm am Samstag das volle Vertrauen der Bundesregierung zugesichert. Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sprach sich gegen eine Vorverurteilung Ackermanns aus. Am Sonntag sprang dem Banker zudem die Führung des Internationalen Finanzinstituts in Dubai zur Seite.
Nachdem bekannt geworden war, dass das Düsseldorfer Landgericht Anklage gegen Ackermann und fünf weitere ehemalige Mannesmann-Funktionäre erheben will, geriet der Deutsche-Bank-Chef zunehmend unter Druck. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) forderte Ackermann auf, sein Amt wegen der Anklage ruhen zu lassen. Nach SPIEGEL-Informationen kam die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu dem Ergebnis, dass Ackermann während eines Prozesses bei angenommenen zwei Prozesstagen pro Woche sein Amt nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausüben könne. Eine Entscheidung über die BaFin-Einschätzung müsse nun das Bundesfinanzministerium treffen.