Mannesmann-Affäre: Deutsche Bank sucht Ackermann-Nachfolger - DER SPIEGEL
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Mannesmann-Affäre Deutsche Bank sucht Ackermann-Nachfolger

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und die übrigen Angeklagten im Mannesmann-Prozess müssen erneut vor Gericht. Bei dem Geldkonzern fürchten die Verantwortlichen den Abgang ihres Top-Managers. Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen.
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London/Frankfurt am Main - "Ich habe meine Denkkappe auf", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank  , Rolf Breuer, der "Financial Times" (FT), vor der heutigen Entscheidung des Bundesgerichtshof (BGH). Der Finanzkonzern würde demnach einen Kandidaten aus dem eigenen Haus als Nachfolger von Vorstandssprecher Josef Ackermann bevorzugen, falls dieser im Zuge einer Neuauflage des Mannesmann-Prozesses zurücktreten würde.

"Ich favorisiere sehr stark einen internen Kandidaten. Nur wenn das nicht möglich ist, würden wir außerhalb der Bank suchen", sagte Breuer. Der Aufsichtsrat sei überzeugt, dass sich Ackermann richtig verhalten habe und dass die Bank ihn zum Bleiben auffordern würde, auch wenn Ackermann bei einem neuen Prozess eine schwierige Zeit vor sich hätte, ergänzte der Chefkontrolleur. Der "FT" zufolge gilt Rainer Neske, der derzeit das Geschäft mit Privatkunden bei der Deutschen Bank leitet, als Favorit für eine mögliche Nachfolge von Ackermann.

Die Deutsche Bank hat sich indes zurückhaltend zu den Aussagen Breuers geäußert. "Die Berichte über eine Nachfolgersuche für Herrn Ackermann sind Spekulation", sagte ein Sprecher in Karlsruhe.

Ackermann und die übrigen Angeklagten im Mannesmann-Prozess müssen erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hob die Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts heute in Karlsruhe auf. Das Verfahren muss nun vor einem Landgericht wiederholt werden.

Gerade für Ackermann ist das BGH-Urteil entscheidend. Er selbst habe bereits angedeutet, in diesem Fall möglicherweise zurückzutreten, berichtete gestern die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Im Kern des Verfahrens geht es um 57 Millionen Euro Prämien und Abfindungen, die bei der Übernahme von Mannesmann durch die britische Vodafone im Jahr 2000 an Mannesmann-Führungskräfte geflossen waren. Nach langer Abwehr hatte das Management von Mannesmann der Transaktion zugestimmt und die Übernahme besiegelt.

Breuer nennt Fondsschließung "Meilenstein"

Breuer hat zudem die Entscheidung des Bankvorstands verteidigt, den Immobilienfonds Grundbesitz-Invest zu schließen. "Die Sache war ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg aus der Deutschland AG", zitiert die "Financial Times Deutschland" den Banker. Er rechne auch damit, dass die Anlageform der offenen Immobilienfonds binnen weniger Jahre steuerbegünstigten Immobilien-AGs weichen werde. "Sie werden alle börsennotierte Gesellschaften werden", sagte Breuer.

Am 9.Dezember hatte die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate einen bevorstehenden Wertberichtigungsbedarf bei dem Fonds gemeldet. Als daraufhin am 12.Dezember Anleger 300 Millionen Euro in Fondsanteilen abgezogen hatten, war der Fonds am folgenden Tag vorübergehend geschlossen worden.