Mannesmann-Affäre: Neue schwere Vorwürfe gegen Esser - DER SPIEGEL
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Mannesmann-Affäre Neue schwere Vorwürfe gegen Esser

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft erhebt offenbar schwere Vorwürfe gegen den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser und seinen Vorgänger Joachim Funk. Sie sollen ihre Millionen-Abfindungen schon frühzeitig ausgehandelt haben.
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Frankfurt am Main - Esser und Funk hätten die umstrittenen Zuwendungen an sich selbst und andere Führungskräfte bereits verabredet, als sie sich noch gegen die feindliche Übernahme durch Vodafone hätten stemmen können, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf die noch nicht veröffentlichte Anklageschrift der Düsseldorfer Staatsanwälte.

Beweisen wollen die Strafverfolger dies laut "FAZ" mit Hinweisen in schriftlichen Verabredungen von Ende Januar. Die beiden hätten sich damit selbst begünstigt und gegen das Interesse des Unternehmens verstoßen. Aufsichtsratschef Funk habe die Millionenzuwendungen an sich sogar selbst mitbeschlossen. Für die Zahlungen habe es keinerlei Berechtigung nach dem Aktiengesetz gegeben, so der Bericht. Auch sollen Beschlüsse und Protokolle Fehler aufweisen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" vorab berichtet, umfasst die Anklageschrift gegen sechs Ex-Manager und frühere Aufsichtsräte von Mannesmann 460 Seiten. Falls das Düsseldorfer Landgericht die Anklage zulasse, sei mit einer langwierigen Verhandlung zu rechnen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Kreise.

Von der Anklage sind neben Esser und Funk auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und IG-Metall-Chef Klaus Zwickel betroffen. Bei der spektakulären Übernahme von Mannesmann durch Vodafone vor drei Jahren sollen Abfindungen und Prämien von mehr als 100 Millionen Euro an Mannesmann-Manager und Pensionäre des Konzerns geflossen sein. Ein Teil der Zuwendungen wurde nach Ansicht der Ermittler illegal bezahlt.