Mannesmann: Fusionsgerüchte überschlagen sich - DER SPIEGEL
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Mannesmann Fusionsgerüchte überschlagen sich

Mannesmann ist anscheinend entgegen allen Beteuerung doch auf der Suche nach dem "Weißen Ritter". Der durch eine feindliche Übernahme von Vodafone AirTouch bedrohte Konzern verhandelt unterschiedlichen Quellen zufolge über einen Einstieg beim Onlinedienst AOL Europe und über eine Fusion mit dem französischen Mischkonzern Vivendi.
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Düsseldorf/Paris - Am Vormittag versetzten Gerüchte die Börsen in Aufruhr, Mannesmann werde noch am Freitagnachmittag gemeinsam mit Vivendi oder mit dem Kontrahenten im Übernahmestreit, Vodafone AirTouch, eine Pressekonferenz abhalten. Mannesmann dementierte. Ein Zusammenschluss würde die feindliche Übernahme schwieriger machen, weil in dem Fall das bisher vorgelegte Angebot von Vodafone an die Mannesmann-Aktionäre nicht attraktiv genug sei, mutmaßen Experten.

"La Tribune" hatte berichtet, die beiden Konzerne prüften die Möglichkeiten einer vollständigen Fusion. An einer gemeinsamen Holdinggesellschaft würde Mannesmann mit 60, Vivendi mit 40 Prozent beteiligt sein. Die neue Gesellschaft würde nach einer Fusion in drei Geschäftsbereiche eingeteilt: in die Industriegeschäfte von Mannesmann und das Versorger- und Umweltgeschäft von Vivendi. das dritte Tätigkeitsfeld würde die Medien- und Telekommunikationssparte beider Unternehmen umfassen. Langfristig wolle sich aber die neue Gesellschaft alleine auf den dritten Bereich konzentrieren, so "La Tribune".

Unterdessen hat AOL-Europe-Chef Andreas Schmidt die Spekulationen über einen Mannesmann-Einstieg genährt. Die Verschmelzung von Mobilfunk und Internet sei Teil der Unternehmensstrategie: "Wir streben an, Inhalte und Services auf verschiedensten technischen Plattformen zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang sprechen wir mit verschiedenen Mobilfunk-Anbietern in Europa." Zu den Berichten, wonach Mannesmann ein Drittel von AOL Europe oder sogar den 50-prozentigen Bertelsmann-Anteil übernehmen wird, wollte sich Schmidt nicht äußern.

Mannesmann-Sprecher Manfred Söhnlein sagte: "Der Grundgedanke einer solchen Zusammenarbeit ist sehr gut." Weiter wolle er die Meldungen nicht kommentieren.