Mannesmann-Prozess: Esser geht Staatsanwälte scharf an - DER SPIEGEL
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Mannesmann-Prozess Esser geht Staatsanwälte scharf an

In der nächsten Runde des Mannesmann-Prozesses hat Ex-Vorstand Klaus Esser seine Vorwürfe gegen die Düsseldorfer Staatanwaltschaft noch verschärft. Durch die Anklage hätten diese ihn bereits vorab verurteilt und Dokumente bewusst zurückgehalten.
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Düsseldorf - Die Strafverfolger hätten ihn öffentlich der Käuflichkeit bezichtigt und damit vorverurteilt, sagte Esser heute am dritten Verhandlungstag des Mannesmann-Prozesses.

Die Ermittler hätten überdies Dokumente unterdrückt, die ein "Fremdkörper" in ihrer Beweisführung gewesen wären, sagte Esser am Mittwoch. Ein Jahr lang habe die Behörde die Anerkennungszahlungen und Pensionsabfindung im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann und Vodafone ausdrücklich für rechtmäßig erklärt und die Einleitung von Ermittlungen vehement abgelehnt.

Erst nach einem personellen Wechsel an der Spitze habe die Staatsanwaltschaft die "haltlosen Vorwürfe" von Journalisten des SPIEGEL übernommen, der Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk und er hätten sich gegenseitig die Prämien nachträglich zugeschanzt. Esser forderte das Gericht auf, mehr als 30 Beweise für seine Unschuld zur Kenntnis zu nehmen. Die Behauptung von Staatsanwaltschaft und "Medienpropaganda", das Präsidium des Mannesmann-Aufsichtsrats hätte am 28. Februar 2000 noch keinen Beschluss zu den Prämien gefasst, nannte Esser "grobe Irreführung".

Der ehemalige Mannesmann-Chef räumte allerdings ein, dass an diesem Tag noch nicht von einer Prämie für Funk die Rede gewesen sein soll. Diese Zuwendung sei erst später und ohne seine Mitwirkung in die Beschlussvorlage aufgenommen worden, so Esser. Dies habe ihn "gestört", weil Funk in seiner Aufsichtsratsfunktion keine Prämie für seine eigene frühere Vorstandstätigkeit habe beraten oder beschließen können. Diese Auffassung sei von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und externen Gutachtern bestätigt worden. Dagegen sei die am 28. März 2000 an ihn selbst gezahlte Prämie von 32 Millionen Mark korrekt und angemessen gewesen, so Esser.

Im Anschluss an Essers Aussage bekommt das Gericht die Gelegenheit, die sechs Angeklagten zu den Geldzahlungen zu befragen. Der Verteidiger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Klaus Volk, hat allerdings bereits angekündigt, dass sein Mandant zu Fragen der Ankläger keine Aussagen machen werde.

Die Beweisaufnahme soll morgen mit ersten Zeugenvernehmungen beginnen. Einer der wichtigsten Zeugen der Verteidigung im Mannesmann-Prozess, Canning Fok, wird über eine Video-Vernehmung aus Hongkong zugeschaltet. Die Befragung des einflussreichen Generaldirektors von Hutchison Whampoa ist nach Angaben des Düsseldorfer Landgerichts vom Mittwoch für den 26. Februar vorgesehen. Fok soll als Vertreter des größten Mannesmann- Aktionärs am Ende des Übernahmekampfes mit Vodafone vor vier Jahren die umstrittenen Prämienzahlungen an Ex-Vorstandsvorsitzenden Klaus Esser angeregt haben. Die Aussage von Vodafone-Chef Chris Gent ist erst für den 25. März geplant.

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