Mannesmann-Prozess Ex-Konzernchef Esser tauscht Anwalt aus
Hamburg - Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser wird sich im neuen Mannesmann-Prozess vom Berliner Anwalt Daniel Krause verteidigen lassen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf mit dem Verfahren vertrauten Kreisen. Er ersetze den Düsseldorfer Verteidiger Sven Thomas.
Krause war unter anderem Verteidiger im Prozess um die Berliner Bankgesellschaft und soll Esser nun gemeinsam mit dem bisherigen Anwalt Jürgen Welp vertreten.
Auch der frühere Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk hat sich demnach für die Wiederaufnahme am 26. Oktober einen neuen Anwalt gesucht. Neben dem Saarbrücker Egon Müller vertrete ihn nun auch der Münchner Anwalt Dieter Schenk, hieß es.
In dem Prozess um umstrittene Millionenabfindungen hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im Dezember Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts aufgehoben. Das Gericht muss sich nun erneut mit dem Fall befassen. In dem Prozess geht es vor allem um Millionenprämien, die das Mannesmann-Aufsichtsratspräsidium bei der Übernahme des Konzerns durch Vodafone im Frühjahr 2000 an Manager genehmigt hatte. Insgesamt wurden rund 30 Millionen Euro an Prämien verteilt, davon alleine 15 Millionen an Esser. Der BGH sah darin ein grundloses "Geschenk", das keine Anreizwirkung für die Zukunft mehr entfalten konnte, da Esser das Unternehmen verließ.
kaz/AFP