Mannesmann-Übernahme EU-Kommissar Monti hat Bedenken
Brüssel - Monti reagierte auf das Übernahmevorhaben, weil es nach Angaben aus seiner Behörde unterschiedliche Mitteilungen der Unternehmen über die angebliche Haltung der Kommission in der Übernahmeschlacht gab. "Wir wollen nicht instrumentalisiert werden", hieß es aus der Wettbewerbsbehörde.
Vodafone habe am 14. Januar seine Pläne in Brüssel angemeldet. Seitdem laufe das Standard-Prüfverfahren für Firmenfusionen mit Hochdruck. Es soll bis zum 17. Februar dauern; bei ernsthaften Bedenken kann sich der Standardprüfung aber noch eine bis zu vier Monate lange intensive Untersuchung anschließen.
Erst nach Abschluss des Verfahrens sei es möglich, eine endgültige Stellungnahme abzugeben, betonte der Sprecher. Dazu sollen Kunden und Konkurrenten im Mobilfunkmarkt gefragt werden. "Es ist alles offen", ergänzte ein EU-Mitarbeiter.
Vodafone-Chef Chris Gent hatte erst am Vortag in einem Brief an die Mannesmann-Aktionäre Einwände zurückgewiesen, wonach Vodafone die von Mannesmann übernommene britische Mobilfunkgesellschaft Orange nicht ohne große Kosten wieder abstoßen könne. Experten hätten Vodafone bestätigt, dass eine einfache Mehrheit von über 50 Prozent an Mannesmann ausreiche, um das Unternehmen wieder von Orange zu trennen.