Marder-Export
Der Rüstungskonzern Rheinstahl liefert auf Umwegen nach Südamerika. Die Essener Firma, die den Schützenpanzer »Marder« entwickelte, verfrachtet zunächst vier Marder-Fahrgestelle an das französische Rüstungsunternehmen Snias. Die Franzosen bewaffnen das Panzer-Chassis mit dem deutschfranzösischen Flugabwehr-System »Roland« und schicken das Kampffahrzeug nach Brasilien. Durch die vorgeschaltete Ausfuhr nach Frankreich überwindet Rheinstahl ein sozialliberales Kabinetts-Dekret, Waffenexporte auf Nato-Staaten zu beschränken. Dem Konzern wurde dieses Geschäft durch ein noch von Helmut Schmidt unterzeichnetes, bisher geheimgehaltenes Abkommen zwischen Bonn und Paris ermöglicht, das den Export von gemeinsam gefertigten deutschfranzösischen Rüstungsgütern in Drittländer gestattet.