Marketing Werbung mit der Katastrophe
New York - Bereits am Abend des 11. September war der erste Antrag fertig. Der New Yorker Michael Heiden wollte sich damit den Titel "World Trade Center" schützen lassen. Seine Absicht war jedoch nicht geschäftlich - im Gegenteil. Heiden wollte verhindern, dass die Katastrophe von Filmproduzenten kommerziell ausgeschlachtet wird. Mittlerweile hat er seinen Antrag zurückgezogen, er hätte auch wenig Aussicht auf Erfolg gehabt.
Kein Änderungsbedarf: Seit Jahren ist "911" die wichtigste Zahl für Porsche. Dass das Horrordatum in amerikanischer Schreibweise mit der Sportwagen-Kennziffer identisch ist, lässt die Unternehmensleitung bisher kalt. "Der Notruf in den USA ist unter '911' zu erreichen, auch da haben wir nichts geändert", sagt Porsche-Sprecher Christian Dau
Segen für Amerika: Viele Wohltätigkeitsorganisationen wollen einen zugkräftigen Namen für ihre Sammelaktivitäten erhalten. Neben "The September 11th Fund" sind "Walk 4 America", "World Terrorist Reward Fund" und "Wall St Rising" angemeldet
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Freiheitsbälle: Mit dem Aufdruck "The Liberty Ball, 9-11-01" will ein amerikanischer Golfball-Hersteller antreten. Die Bälle, so der Antrag "sollen verkauft werden, um den Opfern des 11. September zu helfen"
Foto: PRNewsFoto/ Rit Dye
Schmuck für den guten Zweck: Die Gewinne aus dem Verkauf dieser Schleife will Hersteller Carolee dem Roten Kreuz spenden. Eine weitere Idee hat Hoover & Strong eingereicht. In Metallarmbänder, den Kriegsgefangenen-Marken im Vietnamkrieg nachempfunden, soll jeweils der Name eines Opfers eingraviert werden
Foto: PRNewsFoto/ Carolee Designs
Slogans auf der Brust (hier Susan Sarandon mit einem Herz für das Fire Department of New York) könnten bald auch den 11. September zum Thema haben. So will sich Suzette Tarantini den Titel "09-11-01, The Day God Needed More Angels" schützen lassen. Constance Romeno versucht es mit "Now that we're united, will you meet me halfway?", wobei die Worte "united", "you" und "me" in Rot, Weiß und Blau gedruckt werden sollen
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"Wenn das, was als Trademark registriert werden soll, nicht als Marke erkannt wird, kann es abgelehnt werden", sagte Patentprüferin Sharon Marsh der "New York Times". Bisher habe ihr Büro, das Patent and Trademark Office, noch keine Schutzrechte für Markennamen oder Titel vergeben, die auf die Ereignisse des 11. September anspielen.
Das könnte sich bald ändern, denn mittlerweile häufen sich die Anträge. Neben wohltätigen Organisationen sind es momentan vor allem Kleider- und Juwelenfabrikanten, die ihre Idee zum Desaster schützen lassen wollen. Während es zu "Taliban" oder "al-Qaida" noch keine Anmeldungen gab, ist der Name Osama Bin Ladens in mehreren eingereichten Slogans vertreten.