Marktbericht Desaster am Neuen Markt
Frankfurt am Main Der Dax baute am Mittag sein Minus mit 3,5 Prozent dramatisch aus. Am Neuen Markt stürzte der Nemax 50 auf ein Minus von 8,6 Prozent und erreichte damit einen neuen historischen Tiefstand.
Zu den größten Verlieren im Dax zählten bis zum Mittag Autowerte wie die Aktien von BMW und Volkswagen mit Abschlägen von sieben und 6,4 Prozent. Angesichts der Unsicherheiten über die weitere konjunkturelle Entwicklung in USA, Japan und Deutschland häufen sich derzeit Prognosen von Marktforschern, die eine schwächere Autokonjunktur erwarten. Starke Einbußen verbuchten auch Technologiewerte wie die Deutsche Telekom und SAP mit einem Minus von jeweils rund fünf Prozent. Banktitel gerieten ebenfalls unter Druck. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte zuvor die Prognosen für mehrere Banken gesenkt. Unter den Dax-Werten lag am Mittag kein einziger Aktienwert im Plus.
Hightech: Willkommen in der Achterbahn
Besonders am Neuen Markt hat sich die Erholung am Morgen als Strohfeuer erwiesen. Die meisten Investoren im Technologiesektor spekulieren auf kurzfristige Kursgewinne nach dem Ausverkauf: Solange der Handel von diesen "schwachen Händen" bestimmt wird, kann von einer langfristigen Erholung keine Rede sein.
Neuer Markt: Brutaler Absturz
Zu den größten Verlierern im Nemax 50 zählten Carrier1 und Intertainment mit jeweils mehr als 20 Prozent Verlust. Schwergewicht MobilCom fiel um über fünf Prozent. Vergleichsweise gut hielt sich Comdirect mit einem Minus von rund drei Prozent.
Im Nemax All Share führten die AmaTech-Papiere die Verliererliste an. Nach dem gestrigen Kursrutsch von fast 70 Prozent ging es am Mittwoch weiter bergab. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie bei 2,80 Euro, einem Minus von rund 35 Prozent Prozent. Am Dienstagmorgen standen die Anteilsscheine des Pfrontener Unternehmens vor der Bekanntgabe der aktuellen Geschäftszahlen noch bei 13 Euro.
Euro zeitweise unter 91 Cent
Der Euro notiert schwächer und fiel zeitweise sogar unter 91 Cents. Bereits gestern hatte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar um mehr als einen Cent nachgegeben. Trotz der Schwäche an den US-Aktienmärkten bremsen Inflationsdaten und die schwache europäische Autokonjunktur die Erholung des Euro. In Deutschland ist die Teuerungsrate um auf 2,6 Prozent gestiegen. Am Mittag notierte der Euro bei 0,916 Dollar.