Marktforscher Die Stimmung der Konsumenten hellt sich auf
Nürnberg - Erstmals seit April hat sich die Konsumlaune der Deutschen wieder aufgehellt. Dies vermeldete das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK. Der Konsumklima-Index für September klettert demnach auf 3,4 Punkte - im Vergleich zum August ein Plus von 0,2 Prozentpunkten.
Trotz steigender Ölpreise und Diskussionen um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zeigten alle entsprechenden Indikatoren gegenüber dem Vormonat nach oben. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst sagte, die bevorstehende Bundestagswahl wirke sich positiv auf die Stimmung der Verbraucher aus. "Die Bürger haben jetzt wieder etwas mehr Sicherheit." Unabhängig vom Wahlausgang sei absehbar, dass es danach Reformen geben werde.
Die Marktforscher machten bei der Konsumlaune der Deutschen ein Ost-West-Gefälle aus: In den neuen Bundesländern ist die Stimmung deutlich schlechter als in den alten. Die Kauflust hängt zudem stark vom Alter und der Lebenssituation ab. Jüngere Menschen, darunter Studenten und Auszubildende, äußerten sich der GfK zufolge überwiegend positiv. Bei Rentnern herrsche dagegen nach wie vor eine ausgesprochen pessimistische Stimmung vor.
Wübbenhorst bekräftigte ebenfalls die GfK-Prognose, dass der private Konsum in diesem Jahr insgesamt um 0,2 Prozent steigen werde. Allerdings sei noch nicht abzusehen, ob diese Entwicklung bereits Vorbote einer grundlegenden Trendwende sei. "Trotz der freundlichen Entwicklung im laufenden Monat ist die Situation nach wie vor sehr kritisch", sagte Wübbenhorst. Zu eindeutig habe die Konsumstimmung in den vergangenen Monaten nach unten gewiesen.