Marktreaktion Öl wird billig
New York - Der Handel spekuliert auf Sieg. Während noch völlig unklar ist, wie viele Menschen bei den Bombenangriffen auf den Irak bisher umgekommen ist, wird minutiös über die Sicherung von Ölfeldern berichtet. Die Quellen bei Basra und Rumaila seien in amerikanischer oder britischer Hand, nur wenige davon seien in Brand gesteckt worden. Das hat seine Wirkung: Ein Barrel Öl hat in dieser Woche 24 Prozent an Wert verloren. Das war der stärkste wöchentliche Einbruch seit dem Golfkrieg 1991.
Amerikanisches Rohöl zur Lieferung im Mai ist an der New Yorker Warenterminbörse Nymex am Freitag um 1,21 Dollar oder 4,3 Prozent auf 26,91 Dollar je Barrel (159 Liter) gefallen. Öl hatte gegen Ende Februar in New York noch rund 40 Dollar je Barrel gekostet. Benzin fiel am Freitag in New York um 6,31 Prozent, Heizöl um 8,35 Prozent und Erdgas um 3,39 Prozent.
Besonders wichtig war den Händlern die Nachricht aus Rumalia Rumaila-Ölfeldgebiet in Brand. Dort befinden sich jedoch mehr als 660 Ölquellen. Das Gebiet produziert fast 70 Prozent des irakischen Öls.
Im Gebiet von Kirkuk im Norden Iraks gibt es rund 340 Ölquellen. Britische Truppen besetzten auch die Fao-Halbinsel, ein wichtiges Exportgebiet. Irak hatte beim Golfkrieg 1991 in Kuwait mehr als 500 Ölquellen in Brand gesteckt.
Die Ölpreise fielen auch, weil es offensichtlich momentan ausreichende Liefermengen aus den OPEC- und anderen Ölländern gibt, die den irakischen Lieferausfall voll wettmachen.
In Venezuela dürften die Ölexporte nach dem langen Ölarbeiterstreik bald wieder Normalniveau erreichen. Allerdings hat es in Nigeria, einem weiteren wichtigen Ölland, wegen politischer Unruhen teilweise Lieferausfälle gegeben. Die OPEC-Produktion ist trotz der Ausfälle aus dem Irak, Venezuela und Nigeria nach Angaben des amerikanischen Energieministers Spencer Abraham etwa auf Höhe vom vergangenen November.