Maroder Autobauer: Chrysler einigt sich mit Gläubigern - DER SPIEGEL
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Maroder Autobauer Chrysler einigt sich mit Gläubigern

Kurz vor Ablauf des Ultimatums der US-Regierung gibt es neue Hoffnung für Chrysler: Die privaten Gläubiger des vor der Insolvenz stehenden Autobauers sollen sich im Streit um die Milliardenschulden mit dem Konzern überraschend auf einen Kompromiss geeinigt haben.
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Detroit - Es ist quasi die Rettung in letzter Sekunde: Die privaten Gläubiger des angeschlagenen US-Autoherstellers Chrysler haben sich im Streit um Milliardenschulden überraschend geeinigt. Der vom Finanzministerium erzielte Kompromiss könne Chrysler womöglich im letzten Moment vor einer Insolvenz bewahren, berichtete die "Washington Post" am Dienstag unter Berufung auf Insider. Für Chrysler läuft in der Nacht zum Freitag eine Galgenfrist der Regierung für einen erfolgreichen Sanierungsplan ab.

Chrysler-Modelle in Detroit: Gläubiger verzichten auf fast fünf Milliarden Dollar

Chrysler-Modelle in Detroit: Gläubiger verzichten auf fast fünf Milliarden Dollar

Foto: AP

Chryslers Gläubiger würden ihre Forderungen dem Bericht zufolge von fast sieben auf zwei Milliarden Dollar reduzieren. Was sie für den Schuldenverzicht genau bekommen, war zunächst unklar. Bislang hatte ihnen die Regierung einen kleinen Anteil an Chrysler von weit unter zehn Prozent angeboten, sie selbst wollten aber 40 Prozent.

Der ums Überleben kämpfende Autobauer hatte bereits zu Wochenbeginn eine wichtige Hürde im Kampf um seine Rettung genommen. Die Gewerkschaft UAW stimmte am Sonntag einer vorläufigen Vereinbarung mit Chrysler, dem italienischen Hersteller Fiat   und der Regierung zu. Chrysler will der UAW laut US-Medien einen Anteil von 55 Prozent geben im Tausch gegen Milliardenansprüche für den Gesundheitsfonds von Betriebsrentnern. Zunächst 20 und später womöglich 35 Prozent soll der italienische Fiat-Konzern bekommen, über dessen Einstieg noch verhandelt wird.

Den Fiat-Einstieg bei Chrysler hat US-Präsident Barack Obama zur Bedingung für weitere sechs Milliarden Dollar an Hilfen gemacht, vier Milliarden Dollar flossen schon. Die Italiener sind grundsätzlich auch am deutschen Autobauer Opel interessiert. Chrysler gehört derzeit noch dem US- Finanzinvestor Cerberus. Der deutsche Daimler  -Konzern vereinbarte gerade den endgültigen Ausstieg aus seiner Restbeteiligung.

Die Beteiligung Fiats könne zur Not auch im Insolvenzverfahren zu Ende verhandelt werden, hieß es in US-Medien. Das Unternehmen werde dann entweder mit dem Partner eine Sanierung unter Gläubigerschutz versuchen oder endgültig abgewickelt. Fiat will allerdings kein Geld bezahlen, sondern die von Chrysler dringend benötigten kleinen und spritsparenden Modelle einbringen.

sam/dpa