Maroder Bauriese 7000 Jobs bei Heitkamp bedroht
Hamburg - Auf Betreiben des Vorsitzenden der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, sollte der fünftgrößte deutsche Baukonzern eine Bietergemeinschaft mit dem Konkurrenten Thyssen Schachtbau eingehen. Doch die Verhandlungen sind nach SPIEGEL-Informationen endgültig geplatzt. HDH-Chef Jochen Rölfs schrieb seinem Konkurrenten bei Thyssen Schachtbau, Andreas Pielczyk, am 5. Dezember: "Zusammenfassend drängt sich für mich unmittelbar die Vermutung auf, dass alle bisherigen Verhandlungen Ihrerseits nur zum Schein geführt worden sind."
Rölfs wirft seinem Gegner mehrfach versuchte Nötigung vor und resümiert: "Ihr gesamtes Konzept scheint nach wie vor darauf ausgelegt zu sein, unsere Gesellschaft mit allen - illegalen - Mitteln in die Insolvenz zu treiben, um sich dann anschließend aus der Insolvenzmasse zu bedienen. Ihr Zynismus gegenüber 7000 Arbeitsplätzen ist beispiellos!"
Pielczyk sagt, er habe die Vorwürfe gegenüber Rölfs "als unzutreffend umfänglich zurückgewiesen". Rölfs wollte sich gegenüber dem SPIEGEL nicht äußern.
Unterdessen versucht die HDH, den ehemaligen SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement als Aufsichtsrat zu gewinnen. Er soll vermitteln und so doch noch eine Rettung des angeschlagenen Bauunternehmens ermöglichen. Doch Clement ist kurz angebunden: "Ich bin nicht Aufsichtsrat bei Heitkamp", sagte er am Freitag, "und mehr habe ich dazu nicht zu sagen."