Masterplan Sparkassen wollen Landesbanken neu ordnen
Berlin - Aus sieben mach drei: Die Sparkassen wollen die sieben noch eigenständigen Landesbanken in drei große Blöcke im Norden, Mitte und Süden Deutschlands bündeln. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Auf einen entsprechenden Vorschlag habe sich die Spitze der Sparkassenverbände am vergangenen Montag geeinigt. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis warnte vor Tatenlosigkeit. Er wolle die Neuordnung "im Einvernehmen mit den Ländern" erreichen, sagte er dem "Handelsblatt". Ob es allerdings noch in diesem Jahr zu einer Absichtserklärung komme, ließ er offen.
Die Sparkassenverbände sind zusammen mit den jeweiligen Bundesländern gewichtige Eigentümer der Landesbanken. Das "Handelsblatt" zitiert Sparkassenkreise, wonach die Bundesregierung und die Kommunen ihre Unterstützung für das Vorhaben signalisiert hätten. Aus Niedersachsen sei aber bereits ein klares Nein gekommen, Nordrhein-Westfalen habe Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Die Sparkassen streben den Berichten zufolge an, zusammen mit der Fusion auch die Geschäfte der Landesbanken vollkommen neu zu ordnen: Dabei sollten die öffentliche Institute zunächst einen Teil ihrer Geschäfte aufgeben. Nach der Fusion zu den drei Blöcken sieht das Sparkassen-Konzept vor, ähnliche Geschäftsfelder gemeinsam zu betreiben und einige Kompetenzen in einem einzelnen Block zu bündeln.
Haasis erklärte, zwar werde die von den Sparkassen angestrebte Neuordnung "zweifellos Arbeitsplätze kosten". "Nur - wenn man zu spät handelt, kostet das noch mehr Arbeitsplätze. Und dann gefährdet man auch im Markt erfolgreiche Teile. Vor diesem Hintergrund ist es mindestens fünf vor Zwölf, um in Übereinstimmung aller Träger bei den Landesbanken zu handeln", ergänzte Haasis.
Eine Möglichkeit sieht die Zusammenfassung von LBBW und BayernLB mit dem Mittelstandsgeschäft der WestLB vor, die aufgespalten werden soll. Der andere Teil der Düsseldorfer Landesbank, der Bereich Kapitalmarkt, könnte demnach mit Dekabank und Helaba kombiniert werden. Schließlich könnten HSH Nordbank und NordLB zusammengefasst werden. Offen sei noch, ob das Kapitalmarktgeschäft der Dekabank ausgegliedert werde und ob sich die Bank zukünftig wieder auf das reine Fondsgeschäft konzentrieren solle.
Die Sparkassen drängen schon seit längerem auf die Bildung größerer Einheiten der Landesbanken, um die Risiken zu verkleinern. Viele Landesbanken haben sich in den vergangenen Jahren teils heftig verspekuliert und vor allem im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste hinnehmen müssen. Viele Landesbanken wollen das Bankenrettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen oder prüfen dies zumindest. Laut "Handelsblatt" und "FTD" nimmt auch der Druck aus der Bundesregierung für eine Neuordnung der Landesbanken zu. Widerstand könnte aus den Ländern kommen, die ihre Hoheit über die Institute oft vehement verteidigen.
Die Landesbanken in der Übersicht
cvk/dpa-AFX/ddp