Maul- und Klauenseuche: Steakhäuser befürchten Umsatzknick - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Maul- und Klauenseuche Steakhäuser befürchten Umsatzknick

Argentinisches Rindfleisch wird trotz Maul- und Klauenseuche in Südamerika auch weiterhin auf den Speisekarten der Steakhäuser stehen. Die Betreiber befürchten allerdings, dass den Verbrauchern erneut der Appetit vergeht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "Wir haben auf jeden Fall ausreichend Fleisch für die nächsten drei Monate", sagte der Sprecher der Steakhaus-Kette Block House, Cord Schellenberg, am Donnerstag in Hamburg. Auch Kunden der Maredo-Kette müssen sich angesichts gut gefüllter Lager vorerst keine Sorgen machen. "Unsere Vorräte reichen für vier bis sechs Wochen", erklärte Maredo-Chef Uwe Büscher.

Die Europäische Kommission hatte am Mittwoch einen Importstopp von argentinischem Frischfleisch zunächst bis zum 15. April verhängt, nachdem in der Provinz Buenos Aires ein Seuchenherd bestätigt worden war.

Geringe Auswirkungen auf den Rindfleischmarkt

"Der Rindfleischmarkt in Deutschland wird dadurch nicht zusammenbrechen", sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Berlin. Schließlich liege der Anteil von argentinischem Rindfleisch am Gesamtverbrauch in Deutschland gerade einmal bei rund fünf Prozent. Deutschland ist in Europa mit rund 50.000 Tonnen jährlich der Hauptabnehmer für Rindfleisch aus Argentinien.

Mit dem Ausbruch der Seuche in Argentinien erwartet Büscher einen erneuten Umsatzknick. "Ich will es zwar nicht hoffen, aber ich gehe davon aus", sagte der Maredo-Chef. Der Erreger der Maul- und Klauenseuche (MKS) sei zwar für den Menschen nicht gefährlich, aber die Verunsicherung durch BSE hätten die Verbraucher noch nicht überwunden. Bei Maredo brachen die Umsätze nach eigenen Angaben vorübergehend um 25 Prozent ein. Die rund 30 Restaurants der Block-House-Kette verkauften seit dem Ausbruch der Rinderseuche in Deutschland im Herbst 2000 rund zehn Prozent weniger Steaks.

Uruguay als Ersatzlieferant

Falls das Importverbot verlängert werde, werde das Unternehmen zusätzliches Fleisch aus Uruguay ordern. "Das Fleisch ist genau so hochwertig wie das aus Argentinien", versichert Schellenberg.

Auch Maredo, die bisher ausschließlich argentinisches Fleisch verkauft haben, schauen bereits in das südamerikanische Nachbarland. Wird der Importstopp verlängert, plant Maredo ebenfalls Fleischkäufe in Uruguay. Wie groß die Gefahr ist, dass das MKS-Virus auf die Rinderherden in Uruguay überspringt und der Importstopp ausgeweitet wird, wagt Maredo-Chef Büscher nicht vorherzusagen. "Das wäre jedenfalls der Extremfall. Dann könnten wir den Laden dichtmachen".