Maut-Chaos DaimlerChrysler nennt Fehler vernachlässigbar
Berlin - "Wir sind auch in den nächsten Wochen nicht in der Lage, das System zu liefern", sagte der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler Services AG, Klaus Mangold, am Dienstagabend auf einer Veranstaltung des baden-württembergischem Ministeriums für Umwelt und Verkehr in Berlin. Der Manager des Konsortialpartners der Deutschen Telekom im Mautbetreiber-Konsortium Toll Collect räumte ein, das Vorhaben liege wegen anhaltender technischer Probleme "weit hinter dem Zeitplan".
Die Bundesregierung hatte dem Konsortium zuletzt eine Frist bis zum 15. Dezember gesetzt, um einen verbindlichen Termin für die Vorstellung eines funktionierenden Erfassungssystems zu nennen. Zu diesem Termin kann die Regierung den Maut-Vertrag gegebenenfalls außerordentlich kündigen.
Mangold setzt auf die Zukunft
Der DaimlerChrysler-Vorstand zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass Toll Collect das zukunftsträchtigste System liefern werde. Das Konsortium biete das einzige europaweit für diverse Anforderungen einsetzbare System. Angesichts der zu erwartenden Lebensdauer des Systems würden die Anlaufschwierigkeiten und Verzögerungen auch künftig noch immer ärgerlich, "aber sicher als vernachlässigbar erscheinen", sagte Mangold. DaimlerChrysler habe nach wie vor ein starkes Interesse daran, das System funktionsfähig auszuliefern. "Wir fühlen uns auch den Spediteuren gegenüber verpflichtet", sagte er.
Zudem habe der Konzern den Anspruch, über die reine Inkassoleistung für den Staat hinaus Mehrwert zu liefern, fuhr Mangold fort. Er nannte als Beispiele zusätzliche Möglichkeiten zur Früherkennung von Staus und logistische Dienstleistungen, um Leerfahrten zu vermeiden. Dieser Zusatznutzen werde bei zunehmendem Lkw-Aufkommen immer wichtiger.