Maut-System Toll Collect kündigt neues Angebot an
Berlin - Wie ein Sprecher des Konsortiums am Mittwoch mitteilte, werde diese Offerte auch zeigen, dass das Konsortium weiterhin "vertrauensvoll" zusammenarbeite. "Berichte über einen Streit zwischen den Konsortialpartnern weisen wir als Unsinn zurück", sagte der Sprecher. "Es gibt keinen Streit".
Dadurch sei die Lösung der anhaltenden technischen Probleme gefährdet. Die Hauptursache für den Streit liege darin, dass die Telekom über Tochterunternehmen Aufträge in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe von Toll Collect erhalten habe. Allein für den Betrieb des Rechenzentrums in München würden 800 Millionen Euro über T-Systems an die Telekom fließen.
Austausch aller 120.000 Bordcomputer notwendig?
Der "Zeit" liegt nach eigenen Angaben ein Papier aus dem Lenkungsausschuss von Toll Collect vor, demzufolge es noch mehr als 500 ungelöste Fehler beim Mautsystem gibt. Nicht nur die Bordcomputer, auch die Abrechnungsterminals hätten Fehler. Auf jeden Fall werde ein Austausch aller 120.000 schon eingebauten Bordcomputer notwendig.
Der Vorstandsvorsitzende von DaimlerChrysler, Jürgen Schrempp, hatte am vergangenen Donnerstag die Meinungsunterschiede zwischen dem Maut-Konsortium und der Bundesregierung als überbrückbar bezeichnet und eine Lösung des Konfliktes innerhalb von zehn Tagen angekündigt. Das Verkehrsministerium hatte sich skeptisch gezeigt und erklärt, dass ein ernsthaftes Angebot und nicht nur Ankündigungen erwartet würden.
Toll Collect hat noch knapp zwei Monate Zeit, ein verbessertes Angebot zu machen. Erst nach Ablauf dieser Frist wird die von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) ausgesprochene Vertragskündigung wirksam.