Max M. Kampelman
wurde noch von Jimmy Carter zum Chef der amerikanischen Delegation beim Madrider Nachfolgetreffen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ernannt und von Ronald Reagan sofort nach dessen Amtsantritt in seiner Funktion als Sonderbotschafter bestätigt: Der angesehene Jurist und Politologe Kampelman, 62, einst Berater des demokratischen Senators Hubert Humphrey und, unter Lyndon Johnson, der amerikanischen Uno-Delegation, ist nur zu Hause ein Liberaler.
In der Außenpolitik paßt der Demokrat Kampelman, Vorstandsmitglied des militant-antikommunistischen »Komitees für die allgegenwärtige Gefahr«, weit besser in den Kreis um Ronald Reagans Kalte Krieger. Mit ihnen klagt er die Sowjets an, fortlaufend gegen die 1975 in Helsinki unterzeichnete KSZE-Schlußakte zu verstoßen.
Damals hatten die 35 Teilnehmerstaaten unter anderem die Unverletzlichkeit der Grenzen in Europa beschlossen, sich - im sogenannten Korb III - zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet und vereinbart, auf regelmäßigen Folgekonferenzen die Einhaltung der Schlußakte zu überprüfen sowie neue Vorschläge zu ihrer Erweiterung zu diskutieren.
Das erste Folgetreffen, 1977/78 in Belgrad, endete ergebnislos. Die Konferenz in Madrid steht jetzt, nach fast zweieinhalb Jahren Dauer, möglicherweise kurz vor dem Ende - wenn es gelingt, sich über ein von den neutralen und blockfreien Teilnehmerstaaten am vorigen Dienstag vorgelegtes Papier zur Ergänzung der Schlußakte von Helsinki zu einigen. Das nächste Folgetreffen soll dann in Wien stattfinden.