MDR Drei Millionen Mark verzockt
Leipzig/Halle - Reiter sagte im Nachrichtenradio MDR info, dem Verlust von drei Millionen Mark stünden bei anderen Geschäften Gewinne von 74,4 Millionen Mark gegenüber. Natürlich komme es vor, "dass nicht alles Gewinn bringend ist und auch mal ein Verlust dabei ist." Bei dem investierten Geld handle es sich vor allem um Mittel aus der Anschubfinanzierung und nicht um Gebühreneinnahmen. In Zukunft wolle man die Gelder behutsamer anlegen.
Der MDR hatte im Frühjahr 1999 auf einen Anstieg der ecuadorianischen Währung Sucre gesetzt und von der Dresdner Bank synthetische Ecuador-Anleihen in Mark erworben. Wäre der Sucre gestiegen, hätte der Sender den Kursgewinn und hohe Zinsen einstreichen können. Die Währung fiel jedoch um fast 90 Prozent gegenüber der Mark, außerdem musste Ecuador im Herbst 1999 seine Zahlungsunfähigkeit erklären. Dadurch ging das eingesetzte Geld vollständig verloren.
Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Franz Stänner übte scharfe Kritik an den Spekulationen. "Die Fernsehzuschauer bezahlen ihre Gebühren nicht, damit die Sender an der Börse zocken", sagte Stänner, der Mitglied des MDR-Rundfunkrates ist. Kritik kam auch vom Vorsitzenden des MDR-Hörfunkausschusses, Jürgen Kriesch. "Oberstes Prinzip beim MDR müsste sein, mit den ihm anvertrauten Mitteln entsprechend seines Auftrages sorgfältig umzugehen".
Die Berichte über Spekulationsverluste kommen für den MDR höchst ungelegen. Anfang 2001 soll die monatliche Grundgebühr um 3,33 Mark auf monatlich 31,58 Mark steigen. Das entsprechende Gesetz muss vom sächsischen Landtag noch verabschiedet werden. Die PDS hat ihre Ablehnung bereits angekündigt.