Media Markt im Preistest: Andere können noch billiger - DER SPIEGEL
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Media Markt im Preistest Andere können noch billiger

Mit seiner letzten Sonderpreis-Aktion zog der Media Markt den Unmut der Verbraucherschützer auf sich, denn viele Preise waren trotz des versprochenen Rabatts höher als zuvor. Dem Image als Billigheimer hat dies nichts anhaben können - zu Unrecht, wie einige Stichproben zum jüngsten Februar-Katalog ergeben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Trotz Protesten von Verbraucherschützern - das Image des Media Markt als Billigheimer ist unverwüstlich. In einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Marketing an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg unter 1000 Elektronik-Käufern schätzten 38 Prozent die Preise als "niedrig" oder gar "sehr niedrig" ein. "Media Markt hat sich als der Preisbrecher schlechthin für Unterhaltungselektronik im deutschen Markt positioniert", sagt der Initiator der Studie, Thomas Roeb.

Der Wirklichkeit hält dieses Image jedoch nicht stand: Beim aktuellen Februar-Katalog machte SPIEGEL ONLINE die Probe aufs Exempel. In Zusammenarbeit mit der Preisagentur guenstiger.de überprüfte die Redaktion die Preise für die attraktivsten Produkte. Dabei wurden zum Preis des jeweils günstigeren Anbieters jeweils auch die Kosten für den Versand hinzugerechnet. Ergebnis: Der Media-Markt-Preis lag oft zehn, in einigen Fällen sogar mehr als 20 Prozent über dem Preis der Internet-Läden. Im Falle der Digitalkamera Powershot von Canon kam die Konkurrenz sogar aus dem eigenen Hause: mediamarkt-online.de war mehr als zehn Prozent günstiger.

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Media Markt im Preistest: Andere können noch billiger

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Dabei hatte der Discounter nach Anfang Januar mit einer markigen Rabattaktion von sich reden gemacht. Unter dem Motto "Wir erstatten Ihnen die Mehrwertsteuer" gewährte die Metro-Tochter Preisnachlass für das gesamte Sortiment.

Der Schuss jedoch war nach hinten losgegangen. Schnell meldeten sich Kunden, die im Vorfeld der Rabattaktion auffällige Preiserhöhungen bei zahlreichen Artikeln - etwa Camcorder oder Flachbildschirme - registriert hatten. Ein DVD-Rekorder war nach Angaben eines Kunden trotz des 16-Prozent-Rabatts noch 20 Euro teurer war als vor der Aktion.

Ein Sprecher des Discounters begründetete den Eindruck der Kunden damit, dass Ende des Jahres Sonderangebote ausgelaufen seien. Einige Artikel seien deshalb am 3. Januar zunächst wieder teurer geworden. Trotzdem erwirkte der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Abmahnungen wegen irreführender Preiswerbung gegen Niederlassungen des Unternehmens im Saarland und in Baden-Württemberg.

Nur wenige Produkte sind unschlagbar günstig

"In der Regel ist es so, dass Media Markt zwei, drei Produkte zu extrem günstigen Preisen anbietet, und die bekommt man dann tatsächlich nirgends billiger", sagt auch guenstiger.de-Geschäftsführer Torsten Schnoor, der regelmäßig Angebote aus Media-Markt- und Saturn-Prospekten in Hamburg und Berlin auswertet und sie mit den Preisen der Internet- und Versandhändler vergleicht. Abgesehen von den Preisschlagern jedoch seien die Angebote der Onlinehändler teilweise sogar erheblich preiswerter als die der stationären Händler - inklusive der Versandkosten, die bei Kauf im Internet anfallen.

Die Stichprobe wird durch Roebs Untersuchung bestätigt. An Hand eines Warenkorbs der 50 gängigen Artikel stellte der Wissenschaftler fest, dass die Elektronik-Kette lediglich drei Prozent billiger war als der Durchschnitt der Wettbewerber.

Media Markt hat mit solchen Entlarvungen kein Problem. Auf eine frühere Erhebung angesprochen sagte ein Sprecher dem Berliner "Tagesspiegel": "Wir wollen uns bewusst nicht mit dem Internethandel messen, der zwar gelegentlich günstigere Preise haben kann, aber bei dem die Kunden viele Nachteile in Kauf nehmen müssen." So seien bei Media Markt die Produkte dauerhaft in ausreichender Anzahl verfügbar, vorführbereit angeschlossen und könnten miteinander verglichen werden. "Und bei Bedarf bieten wir eine sehr gute Fachberatung", so der Sprecher.

Oft jedoch sind die Angebote und damit die Preise nicht ganz einfach zu vergleichen. Ein Beispiel dafür die sind die Notebooks von Fujitsu-Siemens im aktuellen Februar-Katalog. So ist der Amilo M7405 rund zehn Prozent billiger als bei der Konkurrenz. Dafür muss sich der Kunde allerdings mit dem Prozessor einer älteren Generation zufrieden geben. Der größere M1424 dagegen ist beim Online Händler cyberport.de mehr als 100 Euro billiger und darüber hinaus mit einem schnelleren Prozessor ausgestattet. Media Markt bietet dafür deutlich mehr Arbeitsspeicher.

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