Medien: Bertelsmann und Pearson schmieden TV-Giganten - DER SPIEGEL
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Medien Bertelsmann und Pearson schmieden TV-Giganten

In der europäischen Medienlandschaft entsteht ein neuer Fernsehriese. Am Freitag haben der Bertelsmann-Konzern, dessen belgischer Partner Albert Frère und das britischen Medienunternehmen Pearson ihre Fusion im Fernsehbereich bekannt gegeben. Die neue Gesellschaft hat einen Wert von mindestens 20 Milliarden Euro.
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Hamburg - Die Konzerne wollen die TV-Geschäfte der von Bertelsmann und Frère betriebenen CLT-Ufa und der Pearson-Tochter Pearson-TV zusammenlegen, bestätigte Bertelsmann. Das Gemeinschaftsunternehmen wird die größte Fernseh- und Radioreichweite aller europäischen Medienunternehmen haben, so die "Financial Times Deutschland". Von dem neuen TV-Konzern sollen Bertelsmann und Albert Frères Holding Audiofina zusammen knapp 70 Prozent und der Pearson-Konzern 22 Prozent erhalten, heißt es. Der Rest werde an die Londoner Börse gebracht.

Die von Bertelsmann dominierte CLT-Ufa ist mit Sendern wie dem deutschen RTL, dem französischen M6, dem britischen Channel 5 und weiteren Stationen unter anderem in Belgien, Holland, Polen und Ungarn bereits jetzt der größte TV-Anbieter in Europa. Ihr gehört außerdem ein weit reichendes Radionetz.

Mit der Fusion könnte die bisher von Bertelsmann dominierte CLT-Ufa Schwächen bei der Produktion von TV-Programmen beseitigen und die gesamte Verwertungskette des Fernsehmarktes besetzen. Pearson-TV ist einer der weltweit führenden Programmanbieter, vor allem in den Geschäftssparten Serien, Gameshow und Soaps. Schon heute produzieren die CLT-Ufa und Pearson die Sendung "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" auf RTL.

Pearson und die Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr kontrollieren unter anderem auch den Verlag der "Financial Times Deutschland". Der Vorstandsvorsitzende der CLT-Ufa, Didier Bellens, soll auch künftig die Geschäfte leiten.

Der gemeinsame Umsatz von Pearson TV und CLT-Ufa betrug 1999 mehr als vier Milliarden Euro. Nach Meinung von Analysten hätte das fusionierte Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 20 bis 25 Milliarden Euro.