Medien-Investment US-Gesellschaft steigt bei Springer ein
San Francisco/Berlin - Der Kaufpreis für das Aktienpaket beträgt 350 Millionen Euro. Kreisen zufolge hat die Deutsche Bank bei dem Verkauf des Anteils am Springer-Verlag einen Preis von 53 Euro je Aktie erzielt. Das Geldinstitut hat den Anteil für 49 Euro je Aktie erworben. Hellman & Friedman ist eine auf Medieninvestments spezialisierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in San Francisco verkauft. Bislang war die Deutsche Bank mit rund 30 Prozent an der Axel Springer AG beteiligt.
Die Private-Equity-Gesellschaft will den Anteil in den kommenden fünf bis sieben Jahren an die Börse bringen. Auch eine Aufstockung des Springer-Anteils schloss Geschäftsführer Patrick Healy nicht aus. Die Beteiligung werde allerdings unter 25 Prozent bleiben.
Gleichzeitig kündigte Springer ein Rückkaufprogramm bis zu 3,4 Millionen eigene Aktien an. In diesem Rahmen will die Deutsche Bank ihre restlichen zehn Prozent an dem Verlagshaus an Springer zurückgeben. Durch die Übernahme der Aktien eröffnet sich für die Axel Springer AG die Möglichkeit, eigene Aktien auch als Akquisitionswährung einzusetzen.
Hellman & Friedman ist laut Healy an weiteren Medienbeteiligungen in Deutschland und Europa interessiert. Nach der Kirch-Pleite habe sich die Tür für einen Einstieg geöffnet. So sei die Kapitalgesellschaft im Pakt mit dem Medienunternehmen Haim Saban an ProSiebenSat.1 beteiligt. Ihr Stimmrecht mache ein Fünftel der 72 Prozent der Saban-Paketes aus. Das entspreche rund 14 Prozent des gesamten Stimmrechts, sagte Healy.
Der Vorstandsvorsitzende von Hellman & Friedman, Brian Powers, wird für den Springer-Aufsichtsrat nominiert. Er war nach Angaben der Kapitalbeteiligungsgesellschaft selbst in Führungspositionen in der Medienbranche tätig, zuletzt bei der australischen John Fairfax Zeitungsgruppe.
Zur neuen Aktionärsstruktur sagte der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner: "Hellman & Friedman ist uns als neuer Aktionär willkommen. Die Gesellschaft hat sich im internationalen Mediengeschäft profiliert und sich zuletzt bei ProSiebenSat.1 auch im deutschen Markt engagiert.