Medien: Mischt Murdoch beim Springer-Poker mit? - DER SPIEGEL
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Medien Mischt Murdoch beim Springer-Poker mit?

Das Angebot der WAZ-Mediengruppe für den Springer-Anteil von Leo Kirch soll nur ein Manöver sein, berichtet der Berliner "Tagesspiegel". Dahinter stehe der australisch-amerikanische Medientycoon Rupert Murdoch.
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Berlin – Dabei beruft sich das Blatt auf Verhandlerkreise. Demnach handele es sich bei dem Gebot der WAZ-Gruppe für Kirchs 40-Prozent-Beteiligung am Axel-Springer-Verlag in Höhe 960 Millionen Euro nur um ein Scheinangebot. Nach Informationen der Zeitung will der Murdoch-Konzern die WAZ überbieten und 1,1 Milliarden Euro für die Springer-Aktien bezahlen. Dafür solle der Essener Zeitungskonzern jenen Teil des Murdoch-Gebots kassieren, der die WAZ-Offerte übersteigt, also etwa 140 Millionen Euro.

Verlegerin Friede Springer und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner hatten sich zuletzt vehement gegen eine Übernahme des Aktienpakets durch die WAZ-Gruppe ausgesprochen. Käme das Geschäft zu Stande, könnte Kirch mit den verbleibenden 960 Millionen Euro den Kredit der Deutschen Bank und nachrangige Forderungen anderer Gläubiger bedienen, schrieb die Zeitung. Weder die WAZ noch der Axel-Springer-Verlag wollten sich am Freitag zu den Verhandlungen äußern.

Dem WAZ-Konzern wird in Branchenkreisen eine "gut gefüllte Kriegskasse" zugerechnet. Bereits im Frühjahr hatten sich die Essener für einen Einstieg bei der insolventen KirchMedia interessiert. Nach Prüfung der Chancen und Risiken ließ der Konzern aber die Finger davon. Die Mediengruppe gilt als Europas größter Regionalzeitungsverlag, der in acht Ländern mehr als 500 Zeitungen und Zeitschriften herausgibt.

Doch gemessen am Murdoch-Konzern ist auch die WAZ-Gruppe nur ein Zwerg. Dem in den USA unter dem Namen News Corporation registrierten Unternehmen gehören zahlreiche Fernsehnetzwerke in Amerika, Europa und Asien. Zudem kontrolliert das Unternehmen über hundert Zeitungen und Zeitschriften, darunter einen großen Teil der britischen Presse (siehe Grafik). Dabei schreckt der Tycoon vor direkter Einflussnahme auf die Politik durch die Nutzung seiner Medienmacht nicht zurück. Auch der britische Premier Tony Blair musste sich erst mit Murdoch auf einigen, bevor er mit Unterstützung von dessen Massenblättern eine Mehrheit für die Labor Party errang.