Medien: Springer-Verlag senkt Umsatzprognose - DER SPIEGEL
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Medien Springer-Verlag senkt Umsatzprognose

Trotz eines harten Sparkurses muss Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner seine Erwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigieren. Der Verlagsmanager sagte, er sehe noch keine Anzeichen für ein Ende der Krise bei den Printmedien.
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Berlin - "Wir erleben die größte Krise der Printmedien seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Döpfner am Dienstag anlässlich der Vorstellung des Jahresabschlusses für 2001. Wegen der anhaltenden Misere im Anzeigen- und Werbegeschäft sei keine Trendwende erkennbar.

Der Konzern hatte 2001 erstmals in seiner 50-jährigen Geschichte Verlust gemacht. "Wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns und befinden uns in einem schwierigen Jahr", so Döpfner. Er räumte ein, dass auch interne Fehler an der Entwicklung Schuld seien. Noch 2000 lag das Unternehmen mit 98 Millionen Euro in der Gewinnzone. Für 2001 zahlt der Konzern keine Dividende.

Döpfner widerspricht eigenem Geschäftsbericht

Ein Umsatzzuwachs sei dieses Jahr trotz neuer Aktivitäten nur schwer erreichbar, sagte Döpfner auf der Pressekonferenz. Noch im gleichzeitig veröffentlichten Geschäftsbericht 2001 hieß es, "auf Grund der anhaltend schwierigen Marktbedingungen" erwarte der Verlag dieses Jahr "lediglich eine Umsatzsteigerung von bis zu zwei Prozent". Beim operativen Ergebnis sei im Vergleich zu 2001 (14 Millionen Euro) mit einer "moderaten Verbesserung" zu rechnen. Die Entwicklung hänge wesentlich davon ab, wann Deutschland seine Konjunkturkrise überwinde.

Die Ausübung der Verkaufsoption für die Springer-Anteile an Leo Kirchs ProSiebenSat.1 Media AG im Wert von fast 800 Millionen Euro stelle für Springer kein wirtschaftliches Risiko dar, meinte Döpfner. Er unterstrich, dass der Sanierungskurs fortgesetzt werde. Der Verlag mache sich fit für den Fall, dass die Konjunkturschwäche noch länger anhalte.

Springer bleibt im Poker um Kirchs Anteile hart

Im Poker um den Verkauf von Kirchs 40-Prozent-Anteil an Springer beharrte Döpfner auf dem Veto-Recht des Berliner Verlagshauses. Springer wolle und werde über den künftigen Eigentümer mitbestimmen. "Es gibt im Unternehmen klare Mehrheitsverhältnisse und eine unverrückbare Haltung zur Beibehaltung der Vinkulierung." Sämtliche Entscheidungen würden sich an den Interessen des Verlages ausrichten.

Vinkulierte Namensaktien können nur mit Billigung des Unternehmens veräußert werden. So soll vermieden werden, dass sich ein Konkurrent in den Verlag einkauft und die künftige Marschroute mitbestimmt. Die Witwe und die Erben des Verlagsgründers Axel Cäsar Springer besitzen 50 Prozent plus eine Aktie an dem Medienkonzern.