Medien UPC kauft paneuropäischen Privatsender
Amsterdam - UPC hält schon 27,6 Prozent der Anteile von SBS. Nun zahlt der Chef des Medienkonzerns, Mark Schneider, 2,8 Milliarden Dollar für die restlichen Anteile. Der 44-jährige UPC-Chef will ein europäisches Kabelimperium aufbauen.
UPC bietet über europäischen Netze für Breitband-Kommunikation auch Internet-Dienste an und ist über UPCtv auch in der Fernsehwelt aktiv. Die UPC-Netze sollen als Distributionskanäle mit SBS-Programmen kombiniert werden, insbesondere zur Entwicklung der Internetaktivitäten. Durch den Zusammenschluss soll "die erste echte gesamteuropäische Multimediaplattform" entstehen, hieß es am UPC-Sitz in Amsterdam. SBS verfügt über zehn Fernseh- und 17 Radiostationen in Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Ungarn, der Schweiz, Finnland, Griechenland und Slowenien.
An der Aktienbörse in Amsterdam, wo beide Unternehmen notiert sind, stieg der Kurs der SBS-Aktie zunächst um 30 Prozent, während UPC um sieben Prozent sackten. UPC ist eine Tochter von UnitedGlobalCom aus Denver.
Ein Analyst von Friesland Bank Securities hielt das Angebot für einen "strategisch guten Schritt". Jedoch könnte das Unternehmen dadurch seinen finanziellen Handlungsspielraum stark einengen: "UPC sollte die finanziellen Mittel haben, die Akquisition zu finanzieren, aber sie werden sich wohl mit zusätzlichem Geld auf dem Markt versorgen müssen."
In Deutschland verhandelt UPC mit der Telekom über den Kauf des Kabelnetzes in Rheinland-Pfalz/Saarland. Die Gespräche sollen im März abgeschlossen sein.