Medienkonzern Bertelsmann nimmt Milliardenkredit auf
Gütersloh - Vier Banken sollen für Bertelsmann den Milliardenkredit organisieren, mit dem der Konzern seine Anteile von der belgischen Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zurückkaufen will. Beauftragt wurden neben dem deutschen Marktführer Deutsche Bank auch BNP Paribas, The Royal Bank of Scotland sowie Barclays Capital, wie Bertelsmann heute in Gütersloh mitteilte.
Die Kreditsumme beträgt 4,5 Milliarden Euro. Dies entspricht genau dem Preis, den Bertelsmann dem Großaktionär GBL dafür zahlt, dass dieser seinen Anteil von 25,1 Prozent zurückgibt.
Bertelsmann kündigte an, dass der Kredit in den nächsten "12 bis 18 Monaten" deutlich zurückgeführt werden solle. Erwartet würden eine "hohe Mittelfreisetzung aus dem laufenden Geschäft" sowie der Erlös aus dem geplanten Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing.
Mit dem Aktienrückkauf hatte Europas größtes Medienunternehmen vergangene Woche einen Teilbörsengang des Unternehmens verhindert; GBL hatte seine Anteile an die Börse bringen wollen. Familie Mohn kontrolliert derzeit 75 Prozent der Anteile. GBL hatte die Bertelsmann-Beteiligung vor fünf Jahren gekauft und dem Konzern im Gegenzug die Kontrolle über die Senderfamilie RTL Group gegeben.
kaz/AFP/dpa-AFX