Medienunternehmen Sind Kirchs Kredite sicher?
München - Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen untersucht nach Presseberichten Art und Umfang der Milliardenkredite deutscher Banken an die Firmengruppe des Münchner Medienunternehmers Leo Kirch. Ein Sprecher der KirchGruppe bestätigte am Sonntag, die Hausbanken hätten die Unternehmensgruppe informiert, dass die Abteilung II des Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen dort Erkundigungen über das Engagement der Institute bei Kirch einhole.
Die Bankenprüfer interessieren sich angeblich dafür, ob den Milliardenkrediten an die KirchGruppe ausreichende Sicherheiten gegenüber stehen. In der Vergangenheit war in der Presse mehrfach berichtet worden, dass die KirchGruppe wegen ihrer immensen Kreditlast in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Das Unternehmen hatte eine wirtschaftliche Schieflage jedoch stets dementiert.
Kirchs Firmengeflecht ist selbst für Branchenexperten schwer zu durchschauen. Zu Kirchs Imperium gehören unter anderem die Fernsehsender Sat.1 und ProSieben sowie der Pay-TV-Kanal Premiere World. Das Medienunternehmen versuchte in einer Stellungnahme Gelassenheit zu demonstrieren. "Die KirchGruppe hat angesichts der finanziellen Probleme einiger Medienunternehmen am Neuen Markt und der allgemein verschlechterten Wirtschaftslage, die inzwischen auch die Medien trifft, volles Verständnis für die vorsorglichen Fragen des Bundesaufsichtsamtes", sagte ein Unternehmenssprecher.