Medikamenten-Rückruf: Merck-Aktie verliert 27 Prozent - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Medikamenten-Rückruf Merck-Aktie verliert 27 Prozent

Der US-Leitindex Dow Jones hat am letzten Septembertag im Minus geschlossen. Grund war die Ankündigung des US-Pharmakonzerns Merck, ein für das Unternehmen wichtiges Medikament vom Markt zu nehmen. Die Merck-Aktie verlor fast 27 Prozent, Konkurrent Pfizer legte hingegen zu.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Der Dow-Jones-Index verlor knapp ein Prozent und fiel auf 10.080 Zähler. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index fiel ins Minus. Im vergangenen Quartal büßte der Dow mehr als drei Prozent ein, die Werte der Technologie-Börse Nasdaq verloren im selben Zeitraum über sieben Prozent.

"Die Nachricht von Merck hat dem Markt wirklich einen Dämpfer verpasst", sagte John Person von Infinity Brockerage. Der im Dow-Jones gelistete Pharmariese Merck hatte vor Handelsbeginn angekündigt, sein Arthritis-Medikament Vioxx weltweit vom Markt zu nehmen. In einer Studie war bekannt geworden, dass sich bei Einnahme des Mittels das Risiko von Herz- und Schlaganfällen erhöhen könnte. Vioxx ist seit 1999 auf dem Markt und sorgte 2003 für einen Umsatz von fast drei Milliarden Dollar. Die Papiere von Merck verloren als Reaktion auf die Nachricht fast 27 Prozent.

Profitieren konnte dagegen der Pharmakonzern Pfizer  . Das Unternehmen vertreibt das konkurrierende Medikament Celebrex, die Aktien stiegen um fast zwei Prozent.

Belastend auf den Dow wirkten sich auch die Papiere des größten US-Immobilienfinanzierers Fannie Mae aus. Die Papiere verloren mehr als vier Prozent, nachdem das US-Justizministerium Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bilanzbetrug aufgenommen hat. Händlern zufolge wurde die Stimmung der Investoren zudem durch wieder steigende Ölpreise getrübt. US-Öl kostete zeitweise erneut mehr als 50 Dollar.