Mediziner-Streik: Ärzte wollen Arbeitskampf ausweiten - DER SPIEGEL
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Mediziner-Streik Ärzte wollen Arbeitskampf ausweiten

Im Tarifstreit der Klinikärzte ist trotz grundsätzlicher Verhandlungsbereitschaft beider Seiten ein Durchbruch unwahrscheinlich. Die Mediziner mehrerer Universitätskliniken wollen heute den Druck auf die Tarifgemeinschaft der Länder verstärken.
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Berlin - Nachdem die Ärztegewerkschaft Marburger Bund am vergangenen Donnerstag bundesweit zu Streiks in acht Universitätskliniken aufgerufen hatte, wollen sich nun weitere Hospitäler an den Arbeitsniederlegungen beteiligen. Schwerpunkte sind Bonn, Köln, Essen, Regensburg, München, Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm und Göttingen.

In Baden-Württemberg sollen sich die psychiatrischen Landeskrankenhäuser Zwiefalten, Reichenau, Ravensburg, Mannheim, Bad Schussenried beteiligen. Die Versorgung von Notfallpatienten soll dabei gesichert bleiben. Die Ärzte fordern bessere Arbeitsbedingungen und 30 Prozent mehr Gehalt. Die Verhandlungen treten derzeit auf der Stelle.

Das Land Hessen und der Marburger Bund werden heute Tarifverhandlungen auf Landesebene aufnehmen. Die Gespräche für die rund 2200 Ärzte an den hessischen Universitätskliniken sollen am Vormittag in Wiesbaden beginnen. Das Land war nicht an den bisherigen Gesprächen zwischen dem Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder beteiligt, weil Hessen vor zwei Jahren aus der Tarifgemeinschaft ausgetreten ist.

Protest der niedergelassenen Ärzte

Neben den Klinikärzten wollen auch niedergelassene Mediziner protestieren. Deren Standesorganisation, der Hartmannbund, rechnet mit einer Rekordteilnahme an der Demonstration am Freitag in Berlin. "An der nächsten Protestwelle werden sich weit über 20.000 Mediziner beteiligen", sagte der Chef des Ärzteverbandes, Kuno Winn, der "Berliner Zeitung". "Hinzu kommen noch Tausende von Patienten, die mitdemonstrieren werden."

Winn sprach von großen Schwierigkeiten im niedergelassenen Bereich. "Grob geschätzt steht jede dritte Praxis vor dem Aus", sagte er. Er drängte die große Koalition, bei der Gesundheitsreform schnell eine gemeinsame Linie zu finden. "Eine große Gesundheitsreform ist längst überfällig", sagte der Hartmannbund-Chef.

Zugleich äußerte Winn seine Unterstützung für die Streiks der Ärzte an Unikliniken und Landeskrankenhäusern. "Wir stehen ohne Wenn und Aber an der Seite unserer Klinikkollegen", sagte er. "Und wir rufen ihnen zu: Lasst Euch nicht entmutigen. Macht weiter." Die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern seien derzeit unzumutbar.

suc/ddp/AP